Entgegen den Erwartungen
ZEW-Konjunkturindikator im Mai erneut etwas gestiegen

Die Konjunkturaussichten für Deutschland haben sich im Mai einer Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zufolge weiter etwas verbessert.

HB/Reuters DÜSSELDORF/BERLIN. Der vom ZEW ermittelte Saldo der Konjunkturerwartungen der befragten Analysten und institutionellen Anleger sei auf 18,7 von 18,4 Punkten im April gestiegen, teilte das ZEW am Dienstag in Mannheim mit. "Die Stimmung der befragten Finanzanalysten reflektiert dabei die günstigere Lage an den Finanzmärkten", teilte das ZEW mit.

So sei etwa der Deutsche Aktienindex seit Mitte März um gut 34 Prozent gestiegen. "Die Entwicklung des Indikators gibt Anlass zu neuer Bescheidenheit: Man freut sich darüber, dass er nicht wie andere Indikatoren gesunken ist", erklärte ZEW-Chef Wolfgang Franz. Für übertriebenen Optimismus gebe es gleichwohl keinen Grund. Die Finanzmärkte reagierten kaum auf die Veröffentlichung.

Von Reuters befragte Volkswirte hatten im Schnitt mit einem leichten Rückgang auf 18,2 Punkte gerechnet, nachdem der Indikator zuletzt vier Monate in Folge gestiegen war. Das Stimmungsbarometer für die Euro-Zone legte den ZEW-Angaben zufolge auf 35,5 von 29,5 Punkten im April zu.

Konjunkturausblick wird skeptisch bewertet

Auch Banken-Volkswirte äußerten sich trotz des Anstiegs skeptisch zu den Aussichten für die deutsche Wirtschaft. "Das der Indikator praktisch stagnierte, deutet an, dass das Wachstum auch zum Jahresende schwach ausfallen wird", sagte Gerd Haßel von der ING BHF-Bank. Volker Nitsch von der Bankgesellschaft Berlin argumentierte, dass es sich eigentlich um einen Rückgang handele. Das ZEW hatte nämlich im April festgestellt, dass sein Indikator kurz nach dem sich abzeichnenden Ende des Irak-Kriegs auf knapp 28 Punkte geklettert wäre. "Die Hoffnungen auf eine schnelle Konjunkturerholung sind in der Zwischenzeit enttäuscht worden", sagte Nitsch.

Zuletzt waren die wichtigsten Konjunkturbarometer kräftig zurückgegangen und hatten Konjunkturoptimisten einen Dämpfer verpasst. Viele Analysten gehen inzwischen davon aus, dass die deutsche Wirtschaft im zweiten und dritten Quartal eine neue Schwächeperiode erleben wird. Zusätzliche Sorge bereitet dabei der heftige Anstieg des Euro, der das wichtigste Standbein der deutschen Wirtschaft, den Export, schwächen könnte.

Das ZEW befragt monatlich gut 300 Analysten und institutionelle Anleger zu ihren mittelfristigen Erwartungen hinsichtlich Konjunktur, Zinsen, Aktien- und Wechselkursen. Der Saldo der Konjunkturerwartungen gibt die Differenz der positiven und der negativen Einschätzungen für die Wirtschaftsentwicklung auf Sicht von sechs Monaten wieder.

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