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Entgeltrecht

BAG-Urteilvom 24.03.2004 00:00:00 - 5 AZR 303/03



Bundesarbeitsgericht
Entgeltrecht


BGB §§ 138, 670, 612 Abs. 2; StGB § 291 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3; ZPO § 850c; GG Art. 9 Abs. 3, Art. 2 Abs. 1, Art. 20 Abs. 1; Gesetz über die Festsetzung von Mindestarbeitsbedingungen vom 11. 1. 1952 §§ 1 und 8; AÜG § 3 Abs. 1 Nr. 3; Europäische Sozialcharta Art. 4

Eine arbeitsvertragliche Entgeltvereinbarung verstößt gegen den strafrechtlichen Wuchertatbestand des § 291 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 StGB und die guten Sitten i. S. von § 138 BGB, wenn ein auffälliges Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung vorliegt.

Die Tariflöhne des jeweiligen Wirtschaftszweigs sind jedenfalls dann Ausgangspunkt zur Feststellung des Wertes der Arbeitsleistung, wenn in dem Wirtschaftsgebiet üblicherweise der Tariflohn gezahlt wird. Entspricht der Tariflohn nicht der verkehrsüblichen Vergütung, sondern liegt diese unterhalb des Tariflohns, ist zur Ermittlung des Wertes der Arbeitsleistung von dem allgemeinen Lohnniveau im Wirtschaftsgebiet auszugehen.

Tarifvertragliche Entgeltvereinbarungen müssen den in Art. 2 Abs. 1, Art. 20 Abs. 1 GG zum Ausdruck kommenden elementaren Gerechtigkeitsanforderungen genügen.

BAG-Urteil vom 24.03.2004 - 5 AZR 303/03





Quelle: DER BETRIEB, 16.06.2004

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