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Enthauptete Leiche im Tigris gefundenDPA-Datum: 2004-07-16 07:32:29

Bagdad/Manila (dpa) - Die irakische Polizei hat eine enthauptete Leiche im Tigris gefunden. Die bisher unidentifizierte Leiche wurde dem US-Militär in Tikrit übergeben, bestätigte eine Sprecherin des US-Militärkommandos am Donnerstag in Bagdad. Möglicherweise handelt es sich dabei um die ermordete bulgarische Geisel.

Bagdad/Manila (dpa) - Die irakische Polizei hat eine enthauptete Leiche im Tigris gefunden. Die bisher unidentifizierte Leiche wurde dem US-Militär in Tikrit übergeben, bestätigte eine Sprecherin des US-Militärkommandos am Donnerstag in Bagdad. Möglicherweise handelt es sich dabei um die ermordete bulgarische Geisel.

Unterdessen setzte die philipppinische Regierung den durch eine Geiselnahme erzwungenen Abzug ihres Kontingents fort. Zehn Mitglieder und der Chef des Kontingents würden den Irak noch heute verlassen, teilte das Außenministerium in Manila mit. Außenministerin Delia Albert sagte am Freitag in Manila weiter, der Rest würde in Kürze gehen. Manila hatte am Mittwoch angekündigt, zur Rettung des verschleppten Lastwagenfahrers Angelo de la Cruz die 51 Soldaten und Polizisten aus dem Irak abzuziehen. Das Kontingent war zunächst auf 43 Mann verringert worden. Die Entführer hatten mit der Ermordung des achtfachen Vaters gedroht, sollten die Einsatzkräfte nicht bis zum 20. Juli abgezogen sein. Die philippinische Mission sollte ursprünglich am 20. August enden. Der Lastwagenfahrer soll nach Angaben seiner Entführer erst befreit werden, wenn alle philippinischen Truppen bis Ende des Monats das Land verlassen haben, berichtete der arabische Nachrichtensender El Dschasira.

Der Chef des Sicherheitsdienstes des irakischen Außenministeriums wurde am Donnerstag von unbekannten Angreifern erschossen. Wie die Nationalgarde in Kirkuk berichtete, begleitete Salah Said Zira eine Delegation des Ministeriums auf dem Weg von Bagdad ins nordirakische Erbil, als die Angreifer bei der Ortschaft Suleiman Bek, 120 Kilometer südlich von Kirkuk, das Feuer eröffneten. Zwei weitere Leibwächter wurden verletzt.

Der Ministerpräsident der Übergangsregierung, Ijad Allawi, sieht gleichwohl eine kontinuierliche Verbesserung der Sicherheitslage. «Die Regierung des Iraks ist entschlossen, gegen den Terrorismus und die Kräfte des Bösen zu gewinnen», sagte er vor Journalisten in Bagdad und kündigte zugleich die Gründung eines neuen Geheimdienstes an. Für die neue Geheimdienst-Agentur sollten Mitarbeiter der alten Geheimpolizei (Mukhabarat) des Saddam-Regimes gewonnen werden. Es kämen aber nur solche Ex-Agenten in Frage, die «sowohl Erfahrungen haben wie auch saubere Hände», sagte der Minister auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Regierungschef.

Bei einem Autobombenanschlag vor einer Polizeiwache in Haditha, 250 Kilometer nordwestlich von Bagdad, wurden am Morgen mindestens zehn Menschen getötet. 27 weitere Menschen wurden nach Angaben des arabischen Nachrichtensenders El Dschasira verletzt. Außerdem explodierte in der schiitischen Pilgerstadt Kerbela eine Autobombe nahe des Hauptquartiers der bulgarischen Truppen. Drei Insassen sprengten sich nach Augenzeugenberichten mit dem Wagen in die Luft. Wie ein Polizeisprecher berichtete, hatten Polizisten die Männer verfolgt.

In Kerbela demonstrierten am Donnerstag rund 1000 Menschen gegen den Terrorismus. Außerdem forderten sie die Todesstrafe für Ex- Machthaber Saddam Hussein. An einer ähnlichen Demonstration im Zentrum von Bagdad beteiligten sich rund 250 Menschen. Einige ältere Demonstranten hielten Bilder von Verwandten hoch, die unter dem alten Regime gefoltert und ohne Gerichtsverfahren hingerichtet worden waren.

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