Entlassung von 900 Streikenden: Neuer Massenprotest in Venezuela

Entlassung von 900 Streikenden
Neuer Massenprotest in Venezuela

In Venezuela haben Zehntausende erneut gegen die linksnationalistische Regierung demonstriert und Neuwahlen gefordert. Die Proteste am Samstag in Caracas richteten sich vor allem gegen die Entlassung von mehr als 9000 streikenden Arbeitern in der Ölindustrie.

HB/dpa CARACAS. Laut dem TV-Sender "Globovisión" versammelten sich "Hunderttausende", darunter viele Frauen und Kinder, vor einem Hotel, in dem Vertreter der Regierung und der Opposition seit drei Monaten eine Krisenlösung suchen. Unterdessen gaben die staatlichen Medien die Entlassung weiterer 899 Ölarbeiter bekannt.

Am vergangenen Wochenende hatte die Opposition einen Streik zur Absetzung von Präsident Hugo Chávez nach zwei Monaten offiziell beendet. Doch der Ölsektor - der in Venezuela für 80 Prozent der Exporteinnahmen sorgt - hält den Ausstand aufrecht. Die Ölförderung war im Januar nahezu völlig lahm gelegt, erreichte nach Regierungsangaben unterdessen dank Neueinstellungen und Soldateneinsatz mit knapp zwei Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag aber wieder fast 65 Prozent des Normalniveaus.

Die Regierung weigert sich, die entlassenen Ölarbeiter - rund 25 Prozent der Beschäftigten der staatlichen Gesellschaft PDVSA - zu amnestieren und wieder einzustellen. Chávez beschimpfte die streikenden Ölarbeiter unter anderem als "Saboteure" und "Putschisten". Venezuela ist der fünftgrößte Ölexporteur der Welt.

Die Opposition, die Chávez als "autoritär" kritisiert, übergab am Samstag dem vermittelnden Chef der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), César Gavíria, 2,7 Millionen Unterschriften von Venezolanern, die Neuwahlen befürworten. Sie waren am vergangenen Sonntag gesammelt worden. "Wir geben nicht auf", meinte Gewerkschaftsführer Juan Fernández.

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