Entlassungen bei EasyJet nicht geplant
EasyJet räumt neuen Billigflieger keine Chancen ein

Viele der nun von etablierten Gesellschaften gestarteten Airlines würden wegen falscher Geschäftsmodelle auf der Strecke bleiben, sagte Vorstandschef Ray Webster der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Frankfurt.

dpa/HB FRANKFURT/MAIN. "Man kann nicht Niedrigpreis-Airline sein, aber hohe Kosten haben." Dies gelte auch für Kampfpreise der Lufthansa ab 98 Euro. Webster zeigte sich zuversichtlich, dass die Umwandlung des zweitgrößten deutschen Linienfliegers Deutsche BA, auf den Easyjet eine Kaufoption besitzt, für das Niedrigpreisgeschäft gelinge.

Neue Billigflieger wie "Germanwings" der Lufthansa-Beteiligung Eurowings oder "Hapag Lloyd Express" des Reisekonzerns Tui sieht Webster skeptisch. "Je enger man mit einer traditionellen Airline verbunden ist, desto geringer ist die Chance, erfolgreich zu sein." Billigfluglinien müssten frei handeln und dürften nicht daran gebunden sein, Verbindungen des eigenen Unternehmens nicht zu kannibalisieren. Daher sei es ein Problem, alte Geschäftsteile wie Charterflüge beizubehalten. "Wer ins Low-Cost-Geschäft einsteigen will, muss alles aufgeben, was er heute macht."

Zudem sei es für neue Anbieter angesichts der erfolgreichen großen europäischen Billigflieger EasyJet und der irischen Ryanair immer schwieriger, sich zu entwicklen und neue Märkte zu erreichen. "Ich glaube nicht, dass eine Niedrigpreis-Airline überleben kann, wenn sie nur in einem einzigen Markt operiert, selbst wenn Deutschland ein großer Markt ist", sagte der Easyjet-Chef. "Wenn nicht ein größeres Spektrum internationaler Verbindungen angeboten werden kann, ist ein Niedrigpreisflieger langfristig nicht effektiv zu betreiben."

Bei der Deutschen BA werde die Laufzeit der Option voraussichtlich weitgehend ausgeschöpft, sagte Webster. EasyJet müsste den Kauf bis 30. April 2003 perfekt machen, kann die Frist aber auch bis 3. August verlängern. Der Preis würde nach Kaufzeitpunkt zwischen 30 Mill. und 39 Mill. Euro liegen. EasyJet hat bereits fünf Mill. Euro gezahlt. "Wir wissen, dass wir mehr Sitze in die Flugzeuge einbauen können", sagte Webster. "Wir wissen aber noch nicht genug über den deutschen Markt und wie die Beschäftigten zu einer anderen Arbeitsweise bereit sind."

Eine Umstellung für mehr Effektivität sei nötig. Piloten sollten fliegen, statt eine Stunde auf den nächsten Flug zu warten. Manche Jobs müssten aber wegfallen, da EasyJet etwa keine Sekretärinnen habe. Betroffene sollten in anderen Bereichen unterkommen. "Wir planen nicht, Leute zu entlassen." Dass EasyJet ganz auf die Option verzichte, sei unwahrscheinlich. Der vollständige Wandel zur Billig- Fluglinie werde zwei bis drei Jahre dauern. Nach einer Übernahme solle die Deutsche BA umbenannt werden. Denkbar seien Verknüpfungen von "EasyJet" mit Deutschland, sagte Webster.

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