Entlassungen bei JP Morgan
Druck auf die Banken erhöht sich

In der Branche geht die Angst vor einer lang anhaltenden um. An den Börsen brechen die Aktien der Kreditinstitute ein.

HB DÜSSELDORF. Der Finanzsektor kommt nicht zur Ruhe. Zum Wochenende schürten neue Gerüchte die Furcht vor einer lang anhaltenden Bankenkrise.´Besonders betroffen davon waren die Commerzbank, die Deutsche Bank und die Credit Suisse Group. Auslöser für die heikle Situation der Finanzinstitute sind die schwache Konjunktur, der Kursverfall an den Börsen und die Pleitewelle bei Unternehmen. Die Aktien der Finanztitel hatten bereits in den vergangenen Wochen noch wesentlich stärker als die meisten anderen Aktien nachgegeben.

Die nach der Citigroup zweitgrößte Bank der USA, JP Morgan Chase, reagiert mit Entlassungen auf die Krise: Das Institut setzt verschiedenen Medienberichten zufolge weitere 4 000 von 20 000 Mitarbeitern im Investmentbanking auf die Straße. JP Morgan Chase hatte in den vergangenen zwei Jahren bereits 10 000 Investmentbanker nach Hause geschickt. Als Grund für die jüngsten Entlassungen wird in Bankenkreisen die schlechte Ertragslage genannt: Vor etwa zwei Wochen hatte das US-Institut überraschend eine Gewinnwarnung für das dritte Quartal veröffentlicht. Eine Sprecherin von JP Morgan Chase wollte die Meldungen nicht kommentieren. Die Aktie der Bank hat seit Jahresanfang rund 55Prozent verloren. Am Freitag verlor die Aktie weitere sechs Prozent.

Auch in Europa wuchs zum Wochenende die Furcht vor einer Bankenkrise. Anleger schickten am Freitag die Aktien der Finanzinstitute geschlossen auf Talfahrt. Die Titel der Credit Suisse Group verloren zeitweise mehr als zehn Prozent und notierten auf dem tiefsten Stand seit zehn Jahren. Analysten erwarten, dass die Bank im dritten Quartal einen Verlust von einer Milliarde Franken macht.

Gerüchte über eine Gewinnwarnung bei der Deutschen Bank ließen die Aktie mehr als sieben Prozent einbrechen. Die Furcht vor höheren Rückstellungen für faule Kredite belastete die Hypo-Vereinsbank. Nach einem Minus von knapp acht Prozent fiel der Titel auf den tiefsten Stand seit 1989. Zu leiden hatte auch die Dresdner Bank: Die Ratingagentur Moody?s stufte ihre Finanzstärke herab; die Aktien der Mutter Allianz verloren mehr als acht Prozent.

Die Commerzbank dementierte angebliche Probleme im Geschäft mit Kreditderivaten. Unter mysteriösen Umständen war eine E-Mail der Investmentbank Merrill Lynch, die entsprechende Gerüchte geschürt hatte, an die Öffentlichkeit gelangt. Die Aktie der Commerzbank ist seit April von 20 Euro auf sechs Euro gefallen, da es immer wieder Gerüchte gibt, die Bank habe Liquiditäts-Probleme. Anleger reagieren auf solche Meldungen derzeit sehr sensibel, da besonders die deutschen Institute nach Ansicht von Experten Grund zur Sorge geben. So ergab eine Merrill-Lynch-Studie, dass ernste Fragezeichen hinter der Fähigkeit der deutschen Banken stehen, "einem anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Umfeld standzuhalten".

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%