Entlassungen in der Flugzeugfertigung
Bombardier rutscht im Quartal tief in rote Zahlen

Der kanadische Verkehrstechnik-Konzern Bombardier ist im dritten Quartal tief in die roten Zahlen gerutscht.

Reuters MONTREAL. Wie der kanadische Konzern am späten Dienstagabend mitteilte, betrug der Nettoverlust in den Monaten August bis Oktober 368 Mill. kanadische Dollar (rund 508 Mill. DM). Im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatte der Konzern noch einen Gewinn von 226 Mill. $ erwirtschaftet.

Das Unternehmen begründete den Verlust mit hohen Sonderkosten unter anderem für Entlassungen in der Flugzeugbau-Sparte. Der Konzernumsatz habe sich im gleichen Zeitraum auf fünf Milliarden von zuvor 3,85 Mrd. kanadische $ erhöht. Maßgeblichen Anteil daran hatte den Angaben zufolge der Bahnhersteller Adtranz, den Bombardier in diesem Jahr von Daimler-Chrysler übernommen hatte.

Der Gewinn vor Sonderposten und Firmenwertabschreibungen stieg nach Konzernangaben im abgelaufenen Quartal auf 380 Mill. kanadische Dollar oder 18 Cents pro Aktie. Damit lag Bombardier im Rahmen der Erwartungen von Analysten. Nach Angaben von Bombardier-Chef Robert Brown entspricht das Neunmonats-Ergebnis auch den eigenen reduzierten Prognosen, nach denen der Konzern im aktuellen Geschäftsjahr ein Gewinnwachstum von 15 % verbuchen werde. Brown sagte, er fühle sich noch wohl mit seiner zuvor gesenkten Gewinnschätzung von 81 kanadischen Dollar pro Aktie für das Gesamtjahr.

In den Sparten Raumfahrt und regionale Verkehrsflugzeuge sind die Auslieferungen den Angaben zufolge "zufriedenstellend". Die Sparte leide allerdings unter den Anschlägen vom 11. September, sagte Brown. Im Transportbereich stieg der Gewinn bei Bombardier indes auf 82 Mill. $ von zuvor 18,4 Mill. $. Der Umsatz habe sich nach der Übernahme von Adtranz mit 1,7 Mrd. $ mehr als verdoppelt, hieß es weiter.

In Deutschland beschäftigt Bombardier rund 10 000 Mitarbeiter. Zuletzt hatte der Konzern vor einer Woche angekündigt, zwei Werke in Sachsen-Anhalt und Brandenburg zu schließen. Die Zahl der Mitarbeiter in Deutschland solle jedoch nicht reduziert, sondern moderat aufgestockt werden, hatte Bombardier-Präsident Pierre Lortie am Dienstag vergangener Woche in Berlin erklärt.

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