Entlassungen sollen sozialverträglich gestaltet werden
Binding schluckt Henninger-Marken

Die Binding AG, -Brauerei Frankfurt, übernimmt im Rahmen einer "Frankfurter Brauerei-Lösung" mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. November 2001 die wesentlichen Aktivitäten der Actris-Gruppe im Zusammenhang mit der Produktion, der Vermarktung und dem Vertrieb aller Henninger-Marken.

vwd FRANKFURT. Ausgenommen davon sind gemäß einer Ad-hoc-Mitteilung die Marken "Gerstel" und "Karamalz". Darauf haben sich am 1. Oktober die Binding AG-Brauerei und die Rhein-Main Brauerei-Holding-Neckar GmbH verständigt.

Die Übernahme erfolgt den Angaben zufolge nach einem Zeitplan, dessen konkrete Ausgestaltung noch von den Zustimmungsbeschlüssen des Aufsichtsrats und der Hauptversammlung der Actris AG sowie der Zustimmung des Bundeskartellamtes abhängig ist.

Stillschweigen über den Kaufpreis

Über den Kaufpreis für die Marken- und Vertriebsrechte hätten beide Partner Stillschweigen vereinbart, teilte Binding weiter mit. Mit der Marke Henninger erwartet die Binding-Brauerei einen künftigen Umsatz von rund 70 Mio DEM. Die ursprünglichen Actris-Pläne, eine neue Brauerei in Nieder-Eschbach zu errichten, seien vom Tisch. Die Übernahme helfe aber, die Existenz des traditionsreichen Brauerei-Standortes von Henninger im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen zu sichern und verschaffe der Marke Henninger eine neue Zukunft, hieß es.

Binding übernehme mit Henninger die verbleibenden Traditionsmarken wie Kaiser Pilsner, Henninger Export und Henninger Radler sowie einige für die Produktion der Henninger-Marken erforderlichen maschinellen Anlagen. Im Gegenzug übertrage Binding an Actris das Habereckl-Geschäft mit seinem Schwerpunkt in Mannheim. Von dem erwarteten zusätzlichen Produktionsvolumen von rund 500.000 Hektoliter erhofft sich Binding eine bessere Auslastung seiner Kapazitäten, was wiederum Arbeitsplätze an dem verbleibenden Brauereistandort sichern helfe.

Entlassungen sollen sozialverträglich gestaltet werden

Neben den rund 900 Henninger-Pensionären übernimmt Binding zusätzlich die derzeit 327 Mitarbeiter des Henninger Geschäftsbetriebes. Allerdings werde ein Großteil der Mitarbeiter des betroffenen Standortes seinen Arbeitsplatz verlieren, hieß es weiter. Es soll nun zügig geprüft werden, wie viele Stellen abgebaut werden müssen. Die Entlassungen sollen sozialverträglich gestaltet werden. Vorerst soll Henninger noch am Hainer Weg gebraut werden. Danach soll die Produktion zu Binding in die Darmstädter Landstaße verlegt werden. Das ehemalige Henninger Grundstück soll dann zur Ansiedlung neuer Unternehmen genutzt werden.

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