Entlassungswelle in der Branche
Luftfahrtbranche schlittert immer tiefer in die Krise

Die von den Terroranschlägen in den USA ausgelöste Krise der Luftfahrtbranche hinterlässt bei den Fluggesellschaften immer tiefere Spuren und kostet Zehntausende von Jobs.

and/hz/rut FRANKFURT/M. Einen Tag nach der Gewinnwarnung der Lufthansa meldeten British Airways und Swissair Ertragsausfälle und ordneten teilweise harte Einschnitte an. Auch die beiden größten amerikanischen Fluggesellschaften, American Airlines und United Airlines, kündigten Stellenstreichungen an. Jede der beiden Firmen will sich von mindestens 20 000 Mitarbeitern trennen.

Mit einem Kurseinbruch reagierte die Börse auf die Verlustwarnung der Lufthansa. Die Aktie der Fluggesellschaft fiel zeitweise um mehr als 12 % auf ein neues Jahrestief und zählte damit zu den Tagesverlierern im Deutschen Aktienindex. Die Lufthansa hatte am Vorabend nach einer Aufsichtsratssitzung bekannt gegeben, sie könne einen operativen Verlust nicht mehr ausschließen. "Es wird höchster Anstrengungen aller Lufthanseaten bedürfen, um einen operativen Verlust in diesem Jahr zu vermeiden", warnte Konzernchef Jürgen Weber. Zur Vermeidung roter Zahlen kündigte er deutliche Kürzungen bei den Kapazitäten sowohl bei Lang- als auch bei Kurzstreckenflügen sowie einen Einstellungs- und Investitions-Stopp an. Die Airline hofft jedoch, ohne betriebsbedingte Kündigungen auszukommen. Bisher war Lufthansa von einem operativen Gewinn zwischen 700 und 750 Mill. Euro ausgegangen. Eine neue Prognose sei wegen der fortbestehenden Unsicherheit derzeit unmöglich.

Auch British Airways bleibt von der Luftfahrtkrise nicht verschont: Europas größte Airline streicht als Konsequenz 7 000 Arbeitsplätze. Zusammen mit den bereits vor dem Unglück angekündigten Streichungen von 1 800 Jobs würden damit 12,5 % der Belegschaft abgebaut. Außerdem sollen 20 Flugzeuge still gelegt und rund 10 % aller Flüge gestrichen werden.

Die krisengeschüttelte Schweizer Fluggesellschaft Swissair muss nach den Terroranschlägen in den USA ihren Sanierungsplan überarbeiten. Die Folgen der Angriffe auf das World Trade Center und das Pentagon hätten die Swissair-Group bislang bereits 65 Mill. Franken gekostet. Weitere Verluste seien bereits absehbar, sagte ein Analyst.

Die Europäische Kommission lehnt angesichts der sich zuspitzenden Luftfahrtkrise staatliche Entschädigungen für europäische Fluggesellschaften nicht mehr grundsätzlich ab. Bei einem Treffen mit Vertretern der Unternehmen in Brüssel wies EU-Verkehrskommissarin Loyola de Palacio auf die "außergewöhnliche Situation" hin, die bestimmte Erleichterungen für die Airlines zulässig machten. Die Vorgaben für staatliche Beihilfen könnten daher überdacht werden, sagte sie in Brüssel. Solche Maßnahmen könnten jedoch nicht aus dem Budget der Europäischen Union finanziert werden.

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