Entlastung der Verbraucher von 300 Mill. Euro jährlich
Briefporto wird ab dem Jahr 2003 billiger

Die Genehmigung sei bis zum 31. Dezember 2003 befristet, teilte die Bonner Behörde mit. Ob künftig weitere Preisänderungen erforderlich werden, hänge von der Entwicklung der Inflationsrate ab.

agr HB DÜSSELDORF. Bundeswirtschaftsminister Werner Müller feierte die Portosenkung um durchschnittlich 4,7 % als gute Nachricht für den Verbraucher und als Ergebnis der schrittweisen Öffnung der europäischen Postmärkte. Die jetzt getroffene Entscheidung entlaste die Postkunden um 300 Mill. Euro. Damit werde auch ein Beitrag zur Preisstabilität in Deutschland geleistet.

Wichtiger als eine Portosenkung wäre es, im Porto der Deutschen Post die Mehrwertsteuer auszuweisen, meinte hingegen Bernd Klapproth, Aufsichtsratschef und Gründer der Berliner Pin AG, einem der größten privaten Briefdienste. Damit könnten dem Staat die damit verbundenen Milliardenbeträge zugeführt werden. Außerdem wäre dies ein Beitrag zur Belebung der lahmenden deutschen Wirtschaft. "Die Belastungen der Unternehmen würden sinken, wenn sie die Umsatzsteuer von den Porto-Kosten der Deutschen Post absetzen könnten", meinte Klapproth. Auf das Porto der privaten Anbieter wird Mehrwertsteuer fällig.

Die Portosenkung beim Standardbrief von 56 auf 55 Cent bezeichnete Klapproth als minimal. "Die Portosenkung tut nicht weh und sei kaufmännisch keine Gefahr ", sagte Detlef Hengstebeck, Geschäftsführer der WAZ-Tochter WPS Westdeutscher Post Service in Dortmund. WPS verlangt für den Standardbrief 41 Cent und Pin 35 Cent jeweils plus Mehrwertsteuer.

Die Deutsche Post spricht in einer Mitteilung von einer verbraucherfreundlichen Glättung auf runde Preise. Neben dem Standardbrief sinkt der Preis für eine Postkarte auf 45 (51) Cent. Der Kompaktbrief kostet künftig 1 (1,12) Euro, der Großbrief 1,44 (1,53) Euro und der Maxibrief 2,20 (2,25) Euro.

Wie bereits von der Post angekündigt werden künftig aber einige Zusatzleistungen teurer. Das Einschreiben Einwurf kostet beispielsweise demnächst 1,60 (1,53) Euro. Für bislang kostenlose Leistungen wird die Post künftig außerdem Geld verlangen, beispielsweise für Adressdienstleistungen rund um die Nachsendung.

War im Juli bei der Ankündigung der Portosenkung noch von Ertragseinbußen in Höhe von 1,5 Mrd. Euro bis 2007, einer Ausdünnung des Filialnetzes und einem Abbau von 10 000 Arbeitsplätzen die Rede. Gibt sich die Deutsche Post jetzt moderater. Eine Sprecherin dementierte Pläne für einen Personalabbau in dieser Größenordnung. Der Abbau von 10 000 Stellen sei nur ein Rechenbeispiel gewesen, um die jährliche Ergebnisbelastung der Portosenkung darzustellen. Betriebsbedingte Kündigungen sind bei der Post bis 2004 ausgeschlossen.

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