Entmilitarisierung der Rebellen
Ruandische Armee bleibt im Osten Kongos

Ungeachtet eines vor drei Wochen unterzeichneten Abkommens will die ruandische Armee ihre Stellungen im Osten Kongos halten, solange dort nicht die ruandischen Hutu-Milizkämpfer entwaffnet, inhaftiert oder zurück in ihre Heimat geschickt worden sind.

dpa/HB NAIROBI/KIGALI. Das erklärten am Freitag Militärkreise in der ruandischen Hauptstadt Kigali. Anfang des Monats hatten Ruanda und Kongo ein Friedensabkommen in Südafrika unterzeichnet. Darin verpflichtete sich Ruanda zum Abzug seiner auf bis zu 40 000 Soldaten geschätzten Truppen innerhalb von 90 Tagen. Voraussetzung sei Entmilitarisierung der Hutu-Rebellen, die im Kongo-Konflikt auf Seiten der Regierung in Kinshasa stehen. Als Beteiligte des Völkermords in Ruanda 1994 waren sie nach dem Genozid in das Nachbarland geflüchtet. Ruanda begründet seit Ausbruch des Bürgerkriegs in Kongo vor vier Jahren seine dortige Armeepräsenz mit dem Schutz vor den Hutu-Rebellen.

In den vergangenen Tagen hatten sich die Kämpfe zwischen ruandischen Regierungssoldaten und Hutuguerillas rund um die Ortschaft Bukavu verschärft. Ruanda begründete seine Offensive damit, dass die Rebellen sich der im Abkommen beschlossenen Entwaffnung verweigerten und versuchten, in den Norden Kongos zu flüchten.

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