Entschädigung für Kursverluste gefordert
Mehrere neue US-Sammelklagen gegen DaimlerChrysler

Mehrere große amerikanische Anwaltsfirmen haben weitere Sammelklagen gegen die DaimlerChrysler AG und ihren Vorstandsvorsitzenden Jürgen Schrempp bei Gerichten der US- Bundesstaaten Delaware und Michigan eingereicht.

dpa NEW YORK. Mehrere große amerikanische Anwaltsfirmen haben weitere Sammelklagen gegen die DaimlerChrysler AG und ihren Vorstandsvorsitzenden Jürgen Schrempp bei Gerichten der US- Bundesstaaten Delaware und Michigan eingereicht.

Zu den Anwaltsfirmen, die am Donnerstag Klagen eingereicht oder angekündigt hatten, gehören Marc S. Henzel (Philadelphia), Finkelstein, Thompson & Loughran (Washington), Wechsler Harwood Halebian & Feffer (New York), Cohen Milstein, Hausfeld & Toll (Washington) und Berman DeValerio & Pease (Boston). Zuvor hatten bereits mehrere andere Anwaltsfirmen Sammelklagen gegen DaimlerChrysler und Schrempp eingereicht.

Die Anwaltsfirma Berman DeValerio warf DaimlerChrysler Wertpapierbetrug vor. In den Klageschriften wird dem Unternehmen und Schrempp vorgeworfen, die Chrysler - und die DaimlerChrysler-Aktionäre hinters Licht geführt zu haben.

Aktionäre kannten nicht die Wahrheit

Der Zusammenschluss von Daimler-Benz und Chrysler sei als "Fusion von Gleichen" bezeichnet worden, während immer eine Umwandlung von Chrysler in eine untergeordnete "Divison" (Sparte) geplant gewesen sei. In der Klagemitteilung von Berman DeValerio hieß es, die Aktionäre hätten nie für die Fusion gestimmt, falls sie die Wahrheit gewusst hätten.

Die Anwaltsfirmen folgten mit ihren Klagen, die für angeblich geschädigte Chrysler - und DaimlerChrysler-Aktionäre eingereicht wurden, der Klage des drittgrößten DaimlerChrysler-Aktionärs Kirk Kerkorian. Dieser will insgesamt neun Mrd. $ von DaimlerChrysler haben.

Die Anwaltsfirmen verlangen in ihren Sammelklagen Entschädigungen für die ausgefallene "Kaufprämie". Bei einer Übernahme hätte Daimler - Benz nach ihrer Meinung mehr für Chrysler zahlen müssen als bei einer Fusion.

Sie verlangen auch die Differenz zwischen dem Wert der Chrysler - Aktien, die die Aktionäre gegen DaimlerChrysler-Aktien eingetauscht hatten, und dem inzwischen stark gefallenen Kurs der DaimlerChrysler - Aktien.

Außerdem verlangen sie Strafentschädigungen, um die Beklagten für ihre angeblichen Lügen zu bestrafen. Schließlich soll Chrysler wieder verselbstständigt werden. All dies hatte auch Kerkorian über seine Holdinggesellschaft Tracinda in seiner Klage gefordert.

Sammelklagen sind eine Eigenart amerikanischen Rechts, bei der Kläger mit gleichen Beschwerden gemeinsam gerichtlich aktiv werden können.

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