Entschädigungsfonds genehmigt
Däubler-Gmelin sichert Djerba-Opfern Hilfe zu

Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD) hat die Überlebenden und Hinterbliebenen des Attentats von Djerba persönlich angeschrieben und ihnen finanzielle Hilfe der Bundesregierung zugesichert.

dpa BERLIN. "Wir wollen das in unserer Macht stehende tun, Ihnen, die sie so plötzlich und unverschuldet Opfer geworden sind, das Leben ein wenig leichter zu machen", schrieb die Ministerin nach Angaben ihres Ministerium vom Dienstag.

Das Bundeskabinett hatte am 25. April auf Vorschlag von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) beschlossen, für die Opfer von Djerba einen Entschädigungsfonds von zehn Millionen Euro einzurichten. Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat diese Summe am vergangenen Freitag bewilligt.

Durch den Anschlag auf die Synagoge der tunesischen Ferieninsel Djerba waren 19 Menschen ums Leben gekommen, darunter 14 Deutsche. In ihrem Schreiben nennt die Justizministerin den Ansprechpartner für die Beantragung von Entschädigungsleistungen und kündigt an, dass sich dieser unaufgefordert mit den Opfern in Verbundung setzen wird. Mit der Prüfung der Einzelfälle, der Festsetzung von Entschädigungsleistungen und den Auszahlungen hat Däubler-Gmelin den Generalbundesanwalt bei Bundesgerichtshof beauftragt.

Gut fünf Wochen nach dem Anschlag haben die dabei lebensgefährlich verletzten Schwestern aus Neustadt die Lübecker Universitätsklinik verlassen. Die 13 und 16 Jahre alten Mädchen seien seit Sonnabend wieder zu Hause, würden aber ambulant in der Klinik behandelt, teilte ein Sprecher mit. Die 15-jährige Schwester der beiden Mädchen war am 17. April in der Uniklinik gestorben.

Ein weiteres Opfer, eine 33-jährige Frau aus Hannover, werde weiterhin in der Klinik behandelt. Sie sei mittlerweile von der Intensiv- auf eine Normalstation verlegt worden. Ein Junge aus Stockelsdorf in Ostholstein, der zunächst in eine Aachener Spezialklinik geflogen worden war, wird jetzt in Lübeck ambulant weiterbehandelt.

Das im Unfallkrankenhaus Hamburg-Boberg liegende 16 Jahre alte Djerba-Opfer kann voraussichtlich in der kommenden Woche entlassen werden. Auch der Lebensgefährte der nach dem Anschlag gestorbenen Mutter des 16-Jährigen wird in Hamburg-Boberg behandelt. Er war von Köln nach Hamburg verlegt worden. "In etwa zwei Wochen kann auch er die Klinik verlassen", meinte eine Sprecherin. Der knapp zwei Jahre alte Junge in der Kinderklinik Wilhelmstift in Hamburg-Rahlstedt muss dagegen noch vier bis sechs Wochen im Krankenhaus bleiben, sagte der Chefarzt der Intensivmedizin, Axel Hennenberger.

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