Entschädigungszahlung von monatlich 300 Schilling
Österreich entschädigt auch Kriegsgefangene

afp WIEN. Neben den NS-Zwangsarbeitern möchte die österreichische Regierung nun auch die österreichischen Kriegsgefangenen aus dem Zweiten Weltkrieg entschädigen. Die Regierungskoalition aus der konservativen ÖVP und der rechtspopulistischen FPÖ beschloss nach Angaben von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel am Mittwoch, ein entsprechendes Gesetzesvorhaben auf den Weg zu bringen.

Von den 160 000 Österreichern, die in den Ländern Osteuropas in Kriegsgefangenschaft waren, leben noch etwa 24 000. Die Höhe der Entschädigungszahlungen ist allerdings beschränkt: Jeder Kriegsgefangene wird 300 Schilling (rund 43 DM) im Monat erhalten. Auf den österreichischen Staat kommen damit jährliche Kosten von 86 Mio. Schilling (rund 12,1 Mio. DM) zu.

Ehemalige Nationalsozialisten, die nach dem Krieg einem Entnazifizierungsprogramm unterzogen werden mussten, sind von den Entschädigungsregelungen ausgeschlossen. Einfache Mitläufer hingegen können in den Genuss der Zahlungen kommen.

Erst in der vergangenen Woche hatte die Regierung eine Einigung mit dem US-Vizefinanzminister Stuart Eizenstat über die Entschädigung der NS-Zwangsarbeiter erzielt. Demnach stellt Österreich für den Entschädigungsfonds 6 Mrd. Schilling (rund 855 Mio. DM) zur Verfügung. Über eine Entschädigung der Juden, die nach dem deutschen Einmarsch in Österreich 1938 enteignet wurden, wird derzeit noch verhandelt.

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