Entscheidende Runde - Streik möglich
Tarifverhandlungen in Druckindustrie fortgesetzt

Begleitet von massiven Warnstreiks hat am Mittwoch in Frankfurt am Main die entscheidende Verhandlungsrunde in der Druckindustrie begonnen. Der Verhandlungsführer der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Werneke, betonte zum Auftakt, dass die Gespräche nicht vertagt würden.

WiWo/ap FRANKFURT. Sollte es bis zum Donnerstagmorgen keine Lösung geben, werde die Tarifkommission aller Voraussicht nach einen Streik vorbereiten. Der Vertreter des Arbeitgeberverbandes BDMV, Wolfgang Pütz, äußerte sich pessimistisch.

Werneke sagte, es sei eine "ganz kritische Situation" erreicht. Die Arbeitgeber müssten ihr letztes Angebot noch einmal verbessern, damit die Beschäftigten der Industrie nicht schlechter als andere Branchen gestellt würden. "Der Druck der Belegschaften wächst", sagte er. Werneke betonte, dass der Abschluss auf keinen Fall unter dem Ergebnis der westdeutschen Chemieindustrie liegen dürfe, wo sich die Tarifparteien vor wenigen Wochen auf 3,6 % mehr Lohn und Gehalt geeinigt hatten. Die Forderung der Gewerkschaft habe in den Verhandlungen zuletzt bei 3,9 % gelegen. Offiziell fordert ver.di im Gesamtvolumen 6,5 % mehr Geld für die 220 000 Beschäftigten der Branche.

Pütz sagte, die zuletzt erzielten Tarifabschlüsse würden die Eckdaten für die Gespräche liefern. Er sei aber sehr skeptisch, ob ein Abschluss erzielt werde. Arbeitgeberverband Druck und Medien hatte zuletzt einen Korridor von 2,5 bis 2,8 % mehr Lohn und Gehalt angeboten. Die Laufzeit des Angebots betrug ver.di zufolge zwölf Monate, was rechnerisch eine Erhöhung um 2,74 % bedeute. BVDM-Sprecher Wolfgang Klemm ergänzte, dass die Gewerkschaft die Verhandlungen dadurch erschwere, dass sie ihre Forderungen zwischen den Verhandlungen wieder erhöhe. Die Arbeitgeber hatten nach der letzten Runde die Gewerkschaftsforderung mit 3,6 % beziffert, während ver.di von 3,95 % sprach.

Verdi berichtete von verstärkten Arbeitsniederlegungen in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland. Weil die Warnstreiks teilweise schon am Dienstagabend begonnen hatten, erschienen einige Tageszeitungen am Mittwoch in vermindertem Umfang. Die Gewerkschaft hat außerdem Aktionen im Zusammenhang mit der Fußballweltmeisterschaft angedroht. Im Falle eines Arbeitskampfes wolle man überraschender und flexibel streiken, kündigte ein Sprecher an.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%