Entscheider aus Metall und Elektro etwas optimistischer
Impulse für Beschäftigung bleiben aus

Die Standortbedingungen in Deutschland werden von den Führungskräften nicht mehr ganz so negativ beurteilt wie noch zum Jahresende.

DÜSSELDORF. Bereits im Februar hatte der Pessimismus nachgelassen, diese Entwicklung hat sich jetzt im März fortgesetzt. Das Investitions- und Beschäftigungsklima verschlechterte sich dagegen weiter. Arbeitsmarkt und Inlandsnachfrage bekommen deshalb vom etwas freundlicheren Urteil über die Entwicklung Deutschlands als Wirtschaftsstandort noch keine Impulse.

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Die Standortbedingungen in den nächsten zwölf Monaten werden sich nach Einschätzung von 17 % der Top-Manager verbessern. Im Februar waren nur 13 %, im Dezember sogar nur 10 % dieser Meinung gewesen. Der Anteil der Optimisten hat sich damit im März stärker erhöht als im Februar. Er hat auch den höchsten Wert seit Februar vergangenen Jahres erreicht.

Mit 42 % nach 43 % im Februar befürchten aber noch immer sehr viele Führungskräfte eine Verschlechterung für den Standort. Dieser Anteil ist damit höher als vor einem Jahr und auch höher als im Oktober 2001, also unmittelbar nach den Terroranschlägen in den USA.

Lässt man die "gleich gut" (13 %) und "gleich schlecht" (28 %) Meldungen unberücksichtigt, hat sich der Saldo der optimistischen und pessimistischen Einschätzungen jedoch durchaus markant verbessert: von-43 Prozentpunkten im Dezember über-30 Punkte im Februar auf jetzt-25 Prozentpunkte im März. Allerdings: von einem fast ausgeglichenen Verhältnis wie noch im Februar 2001 mit einem Saldo von-3 Punkten ist das Standortklima noch weit entfernt. Dies gilt aber auch für andere in jüngster Zeit verbesserte Stimmungsindikatoren wie beispielsweise das Ifo-Geschäftsklima.

Betrachtet man die verschiedenen Branchen, ist der Trend zur günstigeren Standorteinschätzung unverkennbar - auch in der Bauwirtschaft. Es gibt aber eine Ausnahme: Das übrige verarbeitende Gewerbe ohne Metallerzeugung, Maschinen- und Fahrzeugbau, Elektroindustrie, Chemie und Kunststoff ist deutlich pessimistischer geworden. Im Metall- und Elektrobereich hat dagegen der Schreck über die hohe Lohnforderung der IG Metall offenbar etwas nachgelassen.

Gerade die Metall- und Elektrobranchen überraschen auch positiv mit einem im Vergleich zum Vormonat etwas freundlicheren Investitions- und Beschäftigungsklima. Mit Blick auf alle befragten Führungskräfte ist hier aber noch kein Lichtblick zu erkennen. Nur 16 % der Top-Manager nach 17 % im Februar gaben an, ihr Unternehmen werde in den nächsten zwölf Monaten seine Investitionen in Deutschland erhöhen. Und nur noch 14 % nach 15 % berichteten über Pläne zur Erhöhung der Mitarbeiterzahl in diesem Zeitraum.

Gleichwohl: So schlecht wie jetzt war die Relation zwischen positiven und negativen Meldungen bezüglich Investitionen und Beschäftigung im ganzen Jahr 2001 nicht gewesen. Die Binnenkonjunktur in Deutschland dürfte zumindest nach dieser Umfrage deshalb im Jahr 2002 schwach bleiben. Dies deckt sich mit vielen Prognosen von Wirtschaftsforschern und Banken.

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