Entscheidung am 14. November
Deutsche Telekom beendet Chefsuche

Knapp vier Monate nach dem Rückzug von Ron Sommer ist die Suche nach einem neuen Vorstandsvorsitzenden für die Deutsche Telekom beendet. Die Bewertung der externen und internen Kandidaten sei inzwischen abgeschlossen, schrieb der Übergangschef Helmut Sihler an die Telekom-Mitarbeiter, wie am Dienstag in Bonn bekannt wurde. Namen wurden nicht genannt.

HB/dpa BONN. Der Aufsichtsrat des Unternehmens werde sich am Donnerstag kommender Woche (14. November) mit den Vorschlägen befassen, hieß es weiter. Im Anschluss an die Sitzung des Kontrollgremiums ist eine Pressekonferenz geplant. Sihler will dabei die Geschäftsergebnisse im dritten Quartal 2002 und einen Zwischenstand bei den strategischen Überlegungen vorstellen.

In dem Brief an die Telekom-Mitarbeiter stellte Sihler klar, dass die Suche nach einem jüngeren Sommer-Nachfolger nur etwa sechs Wochen gedauert habe. "Die Suche haben wir erst nach der Bundestagswahl begonnen, um die Telekom aus dem Wahlkampf herauszuhalten", betonte der 72-Jährige. Das Verfahren sei mit dem Aufsichtsrats-Präsidium und der Bundesregierung abgestimmt worden. Der Bund ist mit mehr als 40 Prozent Großaktionär der Telekom.

In Brachenkreisen gilt bei einer internen Lösung der Personalfrage der Mobilfunkchef Kai-Uwe Ricke als aussichtsreicher Kandidat. Bei einer externen Lösung galt Ex-Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff unter anderem wegen seiner internationalen Erfahrungen und den Kenntnissen über den US-Markt als eine mögliche Variante. "Ich stehe nicht zur Verfügung", sagte Middelhoff am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. An dieser Haltung habe sich nichts geändert.

Sihler wies angesichts geplanter Proteste gegen den konzernweiten Abbau von 50 000 Arbeitsplätzen bis zum Jahr 2005 auf die schwierige Situation der Telekom hin. "Der Schuldenberg von 64 Milliarden Euro muss deutlich abgebaut werden, wenn wir unsere Handlungsfreiheit wiedergewinnen wollen", betonte der Manager. An diesem Mittwoch wollen nach Angaben der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di etwa 1700 Beschäftigte der Telekom in Düsseldorf gegen den Arbeitsplatzabbau protestieren.

Zum Abbau des Schuldenberges verkaufte die Deutsche Telekom ihre Direktbeteiligung am ukrainischen Mobilfunkbetreiber UMC. Für den Anteil von 16,3 Prozent würden 55 Millionen Dollar (rund 55 Mio Euro) erlöst, teilte der Bonner Konzern am Dienstag mit. Käufer sei MTS, der führende Mobilfunker Osteuropas, an dem die Deutsche Telekom mit gut 40 Prozent beteiligt ist.

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