Entscheidung auf Fakten stützen
USA: Nordkorea baut Atomprogramm aus

Nordkorea hat nach US-Angaben bekräftigt, dass es Atomwaffen besitzt und weitere bauen will. Nordkoreanische Regierungsvertreter hätten zugleich gesagt, die Wiederaufbereitung von 8 000 abgebrannten Atombrennstäben sei fast abgeschlossen, sagte der US-Kongressabgeordnete Curt Weldon am Montag in Seoul nach einem Besuch mit fünf weiteren Abgeordnetenkollegen in Pjöngjang.

HB/dpa SEOUL. Aus den Brennstäben lässt sich Plutonium zur Kernwaffenherstellung gewinnen. Südkoreaa Präsident Roh Moo Hyun betonte hingegen, sein Land habe keine konkreten Beweise, dass Nordkorea bereits Nuklearwaffen entwickelt habe.

"Sie räumten die Bemühungen ein, ihr nukleares Produktionsprogramm auszubauen", sagte der Republikaner Weldon, der die Delegation während des mehrtägigen Besuchs angeführt hatte. Seine Gesprächspartner in Pjöngjang waren unter anderen der nordkoreanische Außenminister Paek Nam Sun und dessen Vize Kim Gye Gwan. Die Abgeordnetendelegation hatte vor der Reise nach Nordkorea betont, dass sie nicht als Gesandte von US-Präsident George W. Bush reisten.

Roh sagte am Montag bei einer Pressekonferenz aus Anlass seiner ersten 100 Tage im Amt, es gebe keine Veränderung in Seouls offizieller Position, wonach Südkoreas Aufklärungsbehörden keine schlüssigen Beweise für Atomwaffen in Nordkorea hätten. "Wir müssen vorsichtig sein, diese Feststellung auf der Grundlage von Erklärungen durch Nordkorea zu machen, dass es Nuklearwaffen hat", sagte Roh.

Der stellvertretende US-Verteidigungsminister Paul Wolfowitz sagte dagegen in der südkoreanischen Hauptstadt, Washington nehme die nordkoreanischen Angaben ernst. "Wir wissen nicht alles", sagte Wolfowitz nach Gesprächen mit Roh und anderen südkoreanischen Regierungsvertretern. "Doch sicherlich legt das, was wir wissen, nahe, dass wir das sehr ernst nehmen sollten, was sie (die Nordkoreaner) sagen."

Die US-Regierung geht davon aus, dass Nordkorea bereits im Besitz von ein oder zwei Nuklearwaffen ist. Nach US-Angaben hatte Nordkorea bei ersten Gesprächen über den Atomkonflikt im April in Peking erstmals zugegeben, bereits über Atomwaffen zu verfügen.

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