Entscheidung auf Parteitag in Mannheim
FDP denkt jetzt doch über eigene K-Frage nach

Nach ihrem überraschenden Wahlerfolg von Sachsen-Anhalt denkt die FDP zur Stärkung ihrer Position wieder über einen eigenen Kanzlerkandidaten nach. Die Entscheidung soll auf dem Bundesparteitag Mitte Mai in Mannheim fallen, wie der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle von der "Leipziger Volkszeitung" (Dienstagausgabe) zitiert wurde.

WiWo/ap BERLIN. Westerwelle sagte laut Zeitungsbericht, eine eigene Kanzlerkandidatur sei "ein ganz starkes Argument", um nicht von der Union und von deren Kanzlerkandidat Edmund Stoiber "in Lager-Gefangenschaft" genommen zu werden. Die FDP sei weder Bestandteil des Lagers des "grundkonservativen Edmund Stoiber" noch des Lagers des "wirtschaftspolitisch erfolglosen Gerhard Schröder". Westerwelle räumte ein: "Wir brauchen noch etwas mehr Volk. Daran arbeite ich."

Die Entscheidung über die K-Frage in der FDP soll laut Westerwelle spätestens auf dem Parteitag fallen, der von 10. bis 12. Mai in Mannheim stattfindet. Westerwelle kam damit auf die Linie seines Stellvertreters Jürgen Möllemann zurück, der das Anpeilen des Wahlziels von 18 % mit der Aufstellung eines eigenen Kanzlerkandidaten verbunden hatte. Westerwelle hatte zwar Möllemanns 18- %-Idee gegen innerparteilichen Widerstand eine Mehrheit verschafft, das Konzept des eigenen Kanzlerkandidaten bisher jedoch verworfen.

"Nach der höchsten Krone greifen"

FDP-Vorstandsmitglied Wolfgang Kubicki sprach sich dafür aus, dass sich Spitzenkandidat Westerwelle auch als Kanzlerkandidat aufstellen lassen solle. Der Kieler Fraktionsvorsitzende sagte im FAZ-Business-Radio: "Wer den Anspruch hat, mindestens 18 % zu erreichen, der muss auch nach der höchsten Krone greifen wollen."

Das Parteipräsidium in Berlin billigte unterdessen auf seiner Sitzung in Berlin ein Konzept, die Liberalen in Mecklenburg-Vorpommern bei der Landtagswahl am 22. September nachhaltig zu unterstützen. Unterstützung soll danach vom Bundesverband sowie von den Landesverbänden Schleswig-Holstein, Hamburg und Berlin gewährt werden.

Das Unterstützungskonzept war in Sachsen-Anhalt angewandt worden, wo sich der Landesverband Nordrhein-Westfalen stark engagiert hatte. Die FDP, die zuvor nicht mehr im Landtag vertreten waren, erreichten 13,3 %. Sie fordert in einer angepeilten schwarz-gelben Koalition in Magdeburg drei Ministerien, darunter das Umweltministerium, wie es bei den Freidemokraten hieß.

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