Entscheidung aus der ersten Amtszeit Montis
Fusionsverbot von First Choice und Airtours war rechtswidrig

Die EU-Kommission hat nach einem Urteil des EU-Gerichts erster Instanz zu Unrecht das Entstehen des weltgrößten Reiseveranstalters verhindert.

WiWo/AP/dpa BRÜSSEL/LUXEMBURG. Die EU-Kommission habe nicht ausreichend belegt, dass die Übernahme der britischen First Choice Holidays plc durch den Konkurrenten Airtours tatsächlich den Wettbewerb beeinträchtigen werde, teilte das Gericht am Donnerstag in Luxemburg mit. Der damalige Beschluss Brüssels sei deshalb nichtig.

Das Verbot von Airtours/First Choice im September 1999 war das erste in der Amtszeit von EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti gewesen, der erst wenige Tage zuvor sein Amt angetreten hatte. Die EU-Kommission kann nun innerhalb von zwei Monaten Berufung beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) einlegen.

Die Brüsseler Behörde entschied damals, der Zusammenschluss sei unvereinbar mit dem Gemeinsamen Markt. Das neue Unternehmen hätte mit den beiden anderen großen Reiseveranstaltern auf dem britischen Markt für Kurzstrecken-Pauschalreisen (Thomson und Thomas Cook) eine beherrschende Marktstellung gehabt.

Die Richter kamen jetzt zu dem Schluss, dass die Kommission die negativen Auswirkungen des Zusammenschlusses auf den Wettbewerb nicht hinreichend nachgewiesen habe.

EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti übernahm in Brüssel die volle Verantwortung, wies aber darauf hin, dass die Kommission die Entscheidung fünf Tage nach seinem Amtsantritt als Wettbewerbskommissar getroffen habe. Die Kommission respektiere die Entscheidung des Gerichts. Die Behörde werde nun prüfen, welche Fehler damals gemacht worden seien.

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