Entscheidung der Europäischen Kommission
Kreuzfahrtriese Carnival darf P&O übernehmen

Der US-Weltmarktführer bei Kreuzfahrten Carnival kann nach Ansicht der Europäischen Kommission den britischen Konkurrenten P&O Princess Cruises übernehmen. Die EU-Wettbewerbsbehörde hat nach eigenen Angaben das Übernahmeangebot ohne Auflagen gebilligt. Nun müssen die US-Wettbewerbsbehörden noch ein Votum zum Carnival-Angebot fällen.

Reuters BRÜSSEL/ HANNOVER. Auch wenn Carnival weiter wachse, bestehe auf den Märkten für Kreuzfahrten in Europa sowohl in Deutschland als auch Großbritannien ausreichend Wettbewerb, teilte die Kommission am Mittwoch in Brüssel mit. Den P&O-Aktionären liegt allerdings weiterhin das vom Vorstand bislang bevorzugte Angebot des wichtigsten Carnival-Konkurrenten, der ebenfalls amerikanischen Royal Caribbean vor.

Um P&O tobt zwischen beiden Marktführern seit mehr als einem halben Jahr eine erbittert geführte Übernahmeschlacht. Carnival hatte mehrfach sein Angebot erhöht, zuletzt auf 550 Pence. Daraufhin hatten die P&O-Aktionäre im Februar eine Abstimmung über ein Zusammengehen mit Royal Caribbean zurückgestellt. Für diese Fusion hat bereits die britische Regierung grünes Licht gegeben.

Mit einer Fusion von Royal Caribbean und P&O entstünde ein neuer Weltmarktführer mit gemeinsam 41 Schiffen und einem Gesamtumsatz von 5,6 Milliarden Dollar. Branchenprimus Carnival verfügt allein über 43 Schiffe und macht 3,8 Milliarden Dollar Jahresumsatz.

In Deutschland bekäme der künftige Partner von P&O mit dessen Tochter Seetours Zugriff auf einen führenden Kreuzfahrtanbieter. Mit knapp 80.000 Gästen lag Seetours bereits im Jahr 2000 an der Spitze, beim Umsatz mit gut 130 Millionen Euro noch auf Rang zwei hinter der TUI-Tochter Hapag Kreuzfahrten. -Lloyd P&O strebt aber bereits in diesem Jahr dank des Ausbaus der Kapazität um vier Schiffe die Marktführerschaft an.

Trotz eines vorübergehenden Einbruchs der Buchungen nach den Anschlägen vom 11. September gilt die Kreuzfahrtbranche weiterhin als ein Wachstumszweig des Tourismus. Als einer der Gründe für die Fusionsbemühungen gilt der Bedarf an zusätzlichen Investitionen in Europa und Asien, wo die Nachfrage steigt. Weltweit buchten im Jahr 2000 knapp neun Millionen Menschen eine Kreuzfahrt, davon sechs Millionen aus den USA und Kanada. Nach einer Studie der DVB-Bank AG wird bis 2010 weltweit mit 14 Millionen Passagieren jährlich gerechnet.

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