Entscheidung der Regulierer
Schmalband-Flatrate für Telekom-Konkurrenz

Die Deutsche Telekom muss ihren Konkurrenten für Internetverbindungen über die normale Telefonleitung einen Pauschaltarif anbieten. Mit dieser Entscheidung zur Flatrate für Vorleistungen im so genannten schmalbandigen Internetverkehr sei jetzt ein chancengleicher Wettbewerb möglich, teilte die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post am Mittwoch in Bonn mit.

dpa BONN. Die Pflicht zur Bereitstellung eines solchen Angebots beziehe sich auf bundesweite Netzbetreiber und nicht auf Online- Dienste, betonte ein Sprecher.

Bei der Telekom stieß das Vorgehen auf Unverständnis. Die Regulierungsbehörde setze ihren "Marsch gegen den Standort Deutschland fort", kritisierte Telekom-Sprecher Stephan Broszio. Investitionen würden in die falsche Richtung gelenkt und nicht in die Breitbandtechnologie (DSL). Telekom-Chef Ron Sommer hatte in der Vergangenheit immer wieder betont, dass die Zukunft des Internets in der Breitbandigkeit liege.

Nach der Entscheidung der Regulierungsbehörde können die Netzbetreiber dann eine Vorleistungs-Flatrate beziehen, wenn sie ihr Netz an 475 Punkten an das Telekom-Netz anschließen. Das Bonner Unternehmen hatte einen Anschluss an mehr als 1600 Orten gefordert, was die Regulierungsbehörde als Behinderung des Wettbewerbs ansah.

Bei der Entscheidung sei berücksichtigt worden, dass die Telekom bereits seit geraumer Zeit selbst intern eine entsprechende Vorleistungs-Flatrate für Internet-Verkehr berechne, erklärte der Präsident der Behörde, Matthias Kurth. Diese Begründung wies der Telekom-Sprecher indes entscheiden zurück: Der Konzern berechne diese Flatrate nicht nur intern, sondern biete sie auch den Konkurrenten an.

Die Höhe der Vorleistungspauschale will die Regulierungsbehörde noch in einem gesonderten Verfahren festlegen. Die Telekom wurde aufgefordert, innerhalb von sechs Wochen einen Entgeltantrag einzureichen. Die Wettbewerber der Telekom fordern seit längerem eine Pauschale für Vorleistungen, damit sie ihren Kunden ein entsprechendes Produkt berechnen können. Die Telekom befürchtet dagegen, dass durch Dauersurfer im schmalbandigen Internetverkehr das Telefonnetz überlastet wird und mit hohen Investitionskosten aufgerüstet werden muss.

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