Entscheidung der Vorinstanz aufgehoben: Vereinsvorsitzender haftet für „schwarze Konten“

Entscheidung der Vorinstanz aufgehoben
Vereinsvorsitzender haftet für „schwarze Konten“

Billigt ein Vereinsvorsitzender "schwarze Konten" für Vereinsgelder, so haftet er auch bei ihrem Verlust. Nach einem Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Frankfurt gilt das jedenfalls dann, wenn in der Vereinssatzung ausdrücklich vorgesehen ist, dass die Gelder auf den offiziellen Konten des Vereins zu deponieren sind (Az.: 7 U 175/01).

HB/dpa FRANKFURT. Das Gericht hob eine anders lautende Entscheidung des Landgerichts Frankfurt auf und gab der Zahlungsklage eines gemeinnützigen Vereins statt. Der frühere Generalsekretär des Vereins hatte mit Wissen und Billigung des Vorsitzenden rund 92 000 Euro von den Vereinskonten abgehoben. Angeblich sollte das Geld zinsbringend angelegt werden. Es wurde aber nicht an den Verein zurückgezahlt. Der Verein verlangte daher von seinem inzwischen zurückgetretenen Vorsitzenden die Rückerstattung.

Anders als das Landgericht sah das OLG die Forderung als berechtigt an. Die Richter ließen insbesondere den Einwand des ehemaligen Vorsitzenden nicht gelten, auch die übrigen Vorstandsmitglieder hätten dem Transfer zugestimmt. Er hätte dann gegen den Vorschlag stimmen und die Umsetzung des Beschlusses verhindern müssen, heißt es in dem in der Zeitschrift "OLG-Report" veröffentlichten Urteil.

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