Entscheidung für den Zuschlag soll spätestens bis Sommer fallen
Schönefeld: Neue Chance für IVG und Hochtief

Das umstrittene Milliardenprojekt Flughafen Schönefeld hat eine wichtige Hürde geschafft: Das Konsortium um die Konzerne Hochtief und IVG kann über den Kauf und den Ausbau des geplanten Großflughafens bei Berlin verhandeln.

va BERLIN. Das hat der Aufsichtsrat der staatlichen Projektplanungsgesellschaft Schönefeld (PPS) am Dienstag entschieden, die für die Vergabe des Flughafenprojekts zuständig ist. Die bisherigen Gesellschafter des Flughafens sind die Länder Berlin und Brandenburg sowie der Bund.

"Das Angebot, so wie es auf dem Tisch liegt, ist nicht akzeptabel", sagte Brandenburgs Wirtschaftsminister Wolfgang Fürniß, zugleich Vorsitzender des PPS-Aufsichtsrats. "Aber es ist verhandelbar." Wie aus Gesellschafterkreisen verlautete, will man mit dem Konsortium im April Gespräche aufnehmen. Weiter hieß es, spätestens im Sommer solle feststehen, ob das Konsortium den Zuschlag bekommt. Falls nicht, müssten die Gesellschafter den Flughafen in eigener Regie ausbauen lassen oder das Projekt neu ausschreiben. Nach Aussage eines PPS-Sprechers "muss dies die Planung nicht verzögern". Bisher soll der Großflughafen zum Winterflugplan 2007/2008 eröffnet werden. Das Konsortium hatte aber schon letzten Herbst eine Eröffnung für 2011 favorisiert. Es wäre der erste große Airport in Europa, der mehrheitlich privat gebaut und finanziert ist.

Wie es hieß, birgt das Angebot für den Großflughafen viel Zündstoff unter den Gesellschaftern. Darum habe der PPS-Aufsichtsrat in seiner letzten Sitzung vor einem Monat gezögert, ob er die Verhandlungen mit dem Konsortium überhaupt aufnimmt. Dem Vernehmen nach schreckte besonders der Bund vor den Kosten zurück: Aus Gesellschafterkreisen verlautete, bei dem neuen Angebot müsse die öffentliche Hand rund 1,2 Mrd. Euro zuschießen und zusätzlich mit möglichen Risiken im Wert von rund 800 Mill. Euro rechnen. Etwa verlangen IVG und Hochtief, dass die öffentliche Hand zahlt, falls die von ihnen veranschlagten Passagierentgelte nicht von den zuständigen Behörden genehmigt werden sollten.

Deshalb wollen die Gesellschafter einen höheren Kaufpreis aushandeln. Er liegt heute bei rund 122 Mill. Euro. Bei dem Preis rechnet das Konsortium allerdings schon mit einem EU-Zuschuss von 100 Mill. Euro und mit Bürgschaften der öffentlichen Hand.

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