Entscheidung für heute angesetzt
Gore würde Bush als Präsident anerkennen

"Falls am Ende, wenn alle Prozesse abgeschlossen sind, George Bush als Präsident vereidigt werden sollte, wird er mein Präsident sein", so der Demokrat.

Reuters WASHINGTON. Der demokratische US-Präsidentenbewerber Al Gore hat angekündigt, seinen republikanischen Gegner George W. Bush als Präsident anzuerkennen, falls dieser die Gerichtsverfahren um die Auszählung der Wahl gewinnen sollte. "Falls am Ende, wenn alle Prozesse abgeschlossen sind, George Bush als Präsident vereidigt werden sollte, wird er mein Präsident sein. Er wird Amerikas Präsident sein", sagte Gore im Fernsehsender CBS. In Florida kündigte Bezirksrichter Sanders Sauls an, am Montagmorgen über Gores Antrag zu entscheiden, 14 000 Stimmen aus demokratischen Hochburgen mit der Hand zu zählen. Diese waren in der maschinellen Zählung für ungültig erklärt worden.

Gore sagte weiter, falls Bush am 20. Januar als Präsident vereidigt werden sollte, werde er auch seine Anhänger auffordern, die Rechtmäßigkeit der Wahl anzuerkennen. Gores Berater, der frühere Außenminister Warren Christopher, sagte, Gore werde eine eventuelle Niederlage ehrenvoll einräumen. Derzeit gebe es dafür aber keine Grundlage. Die Auseinandersetzung um die Auszählung der Wahl vom 7. November sei noch lange nicht vorbei.

Gore warte auf den Ausgang der Verfahren vor dem Obersten US-Gericht (Supreme Court) in Washington sowie zwei Verfahren vor Gerichten in Florida, sagte Christopher weiter. Bushs Kandidat für das Amt des Vize-Präsidenten, Dick Cheney, hatte Gore zuvor aufgefordert, seine Niederlage einzugestehen.



Entscheidung für heute angesetzt

Bezirksrichter Sauls vertagte die Verhandlung in Tallahassee am späten Sonntagabend auf Montagmorgen. Dann werde er seine Entscheidung bekannt geben, sagte er. Die Anwälte Bushs sagten, ihre Zeugen hätten klar gemacht, dass eine Nachzählung der Stimmzettel keine Klarheit mehr schaffen könne. Die Zettel seien schon zu häufig nachgezählt worden und ließen sich nicht eindeutig interpretieren. In dem Streit geht es um Stimmzettel, die von der Wahlmaschine nicht vollständig gelocht, sondern nur angedrückt wurden.

Ob Gore oder Bush nächster US-Präsident wird, hängt wegen des bundesweit knappen Wahlausgangs von dem Ergebnis in Florida ab. Nach dem bisherigen offiziellen Ergebnis hat Bush in Florida mit 537 Stimmen Vorsprung gewonnen. Gore will weitere Nachzählungen, von denen er sich erhofft, Bush doch noch zu überrunden.

Bush hat beim Supreme Court gegen eine inzwischen abgelaufene Fristverlängerung für Nachzählungen geklagt. Innerhalb der verlängerten Zählfrist hatte Bushs Vorsprung um knapp die Hälfte abgenommen. Es gab keine Hinweise darauf, wann mit einer Entscheidung des Supreme Court zu rechnen ist. Sollte der Supreme Court Bush recht geben, würde sein Vorsprung vor Gore wieder 930 Stimmen betragen - der Stand vor der Fristverlängerung.

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