Entscheidung gefallen
Aufsichtsrat stimmt Börsengang der Deutschen Börse zu

Der Börsengang soll noch im ersten Halbjahr des kommenden Jahres erfolgen.

Reuters FRANKFURT. Die Deutsche Börse AG will im kommenden Jahr selbst an die Börse gehen. Der Aufsichtsrat habe dem Plan zugestimmt, dass die Gesellschaft im ersten Halbjahr 2001 in den Amtlichen Handel der Frankfurter Wertpapierbörse (FWB) aufgenommen werde, teilte die Deutsche Börse am Montag in Frankfurt mit. Dafür solle das Kapital der Gesellschaft erhöht werden. Auch die derzeitigen Aktionäre würden einen Teil ihrer Anteile verkaufen. Die Einnahmen aus dem Börsengang sollen in erster Linie für Investitionen eingesetzt werden. Die Börse hatte bereits vor rund einem Jahr einen Börsengang angekündigt, ihn aber wegen der inzwischen wieder aufgegeben Pläne zur Fusion mit der London Stock Exchange (LSE) zeitweilig verworfen.

Nach Angaben eines Börsen-Sprechers soll eine außerordentliche Hauptversammlung im Januar über den Börsengang und die Konditionen entscheiden. Börsenchef Werner Seifert bezeichnete den Börsengang als wichtigen Schritt, "um die Stärken der Deutschen Börse weiter zu entwickeln". Die Deutsche Börse sei bereits als "hochprofitable, voll integrierte Börsen- und Technologieorganisation in Europa" hervorragend positioniert. So biete die Gesellschaft die gesamte Dienstleistungspalette von Handel über Abwicklung und Kapitalmarktinformationen bis hin zur Technologie, hieß es weiter. Auch seien Marken wie Xetra, Dax, Neuer Markt, Eurex und Clearstream bei den Kunden bereits anerkannt. Wie es in der Mitteilung auch hieß, will die Deutsche Börse durch ihren Börsengang eine "Akquisitionswährung" schaffen, um ihre Marktposition zu behaupten und "die nötige Flexibilität im sich konsolidierenden Börsenumfeld zu haben".

Konzept liegt seit einem Jahr vor

Die Frankfurter Börse hatte bereits vor rund einem Jahr ein Konzept für den eigenen Börsengang vorgelegt, das jedoch infolge des geplanten Zusammengehens mit der London Stock Exchange (LSE) verworfen wurde. Ursprünglich hatte die Deutsche Börse den Gang an das Wachstumssegment Neuer Markt favorisiert. Warum die Gesellschaft nun in den Amtlichen Handel strebt, wurde zunächst nicht klar. Verworfen wurde auch der ursprüngliche Plan, die Deutsche Börse in "Euroboard" umzubenennen. Börsenchef Werner Seifert hatte die Pläne für den Börsengang seines Unternehmens vor allem mit Blick auf die von Banken geforderte Konsolidierung in der europäischen Börsenlandschaft entworfen. Alle großen Finanzplätze sollten auf Dauer an die Börse gehen und sich aneinander beteiligen oder gar fusionieren, lautete Seiferts Motto. Kurz darauf gaben die Finanzplätze Amsterdam, Brüssel und Paris ihren Zusammenschluss zu "Euronext" bekannt, worauf die Börsen Frankfurt und London mit dem Plan einer Fusion unter Teilnahme der Märkte Mailand und Madrid sowie der US-Börse Nasdaq reagierten. Diese "Superbörse" scheiterte jedoch an einer feindlichen und mittlerweile abgelehnten Übernahmeofferte der schwedischen Finanzmarktfirma OM Gruppen für die LSE.

Die Deutsche Börse teilte am Montag auch mit, dass der Aufsichtsrat Frank Gerstenschläger und Michael Kuhn mit Beginn kommenden Jahres zu neuen Vorstandsmitgliedern der Deutschen Börse berufen habe.

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