Entscheidung gefallen
Obamas Vize heißt Joseph Biden

Barack Obama, designierter Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten, hat den 65-jährigen Senator Joseph Biden als Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten benannt. Damit entscheidet sich Obama für einen Experten in Sachen Außenpolitik, der allerdings nicht mit dem Kernpunkt des Wahlkampfs verbunden wird – Veränderung.

HB WASHINGTON. Der demokratische US-Präsidentschaftsbewerber Barack Obama hat sich für Senator Joseph Biden als Vizekandidaten entschieden. Dies wurde am Samstag auf der Internetseite von Obamas Kampagne bekanntgegeben. Biden verfüge über umfassende außenpolitische Erfahrung und habe intensiv über Parteigrenzen hinweg mit anderen Politikern zusammengearbeitet, hieß es dort. An Millionen Unterstützer Obamas wurde die Entscheidung per Email und SMS verschickt. Obama sollte noch am Samstag gemeinsam mit seinem designierten Vize im Bundesstaat Illinois auftreten.

Der 65-jährige Biden galt als einer der aussichtsreichsten Kandidaten für den Posten des designierten Vizepräsidenten. Der langjährige Senator aus Delaware ist Vorsitzender des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten. Der Katholik kommt ursprünglich aus dem hart umkämpften Bundesstaat Pennsylvania. Biden entstammt einer Arbeiterfamilie und könnte damit auch Wähler ansprechen, die Obama bislang nicht für sich gewinnen konnte. Bereits seit Wochen war darüber spekuliert worden, wer an der Seite Obamas in die Endphase des Wahlkampfs ziehen wird.

Doch wer genau ist dieser Joseph Biden eigentlich? „Das würde der unterhaltsamste Vizepräsident der Geschichte werden!“ Dieser ersten Reaktion eines Moderators des konservativen US-Senders Fox News werden auch US-Demokraten kaum widersprechen. Denn mit Joseph Biden hat der designierte demokratische Präsidentschaftskandidat Barack Obama zwar einen überaus erfahrenen Experten der Außenpolitik und einen brillanten, humorvollen Redner gewählt. Er ist allerdings auch ein Mann, dem seine Worte nur so aus dem Munde strömen und ihn immer wieder in größte Verlegenheit bringen. Legende sind die Geschichten über Bidens zuweilen aufflammenden Jähzorn.

Auch bei Obama musste sich Biden im Frühjahr entschuldigen; Obama sei der „erste Mainstream-Afroamerikaner, der sich gut ausdrückt, intelligent und sauber ist und gut aussieht“, hatte Biden locker formuliert - und viele Schwarze in den USA damit empört. Als Biden noch Präsidentschaftsbewerber war, fragte ihn ein TV-Moderator bei einer Debatte, ob er denn die Disziplin aufbringen könne, um nicht ein Präsident der „peinlichen Ausrutscher“ zu werden. Der weißhaarige, distinguierte Senator antworte lächelnd: „Ja!“ - und sagte kein weiteres Wort dazu. Selbst damit brachte Biden das politische Amerika zum Lachen.

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