Entscheidung in dieser Woche möglich
Gericht in Chile berät weiter über Fall Pinochet

Reuters SANTIAGO. Das Oberste Gericht Chiles hat am Dienstag die Anhörung zum Fall des Ex-Diktators Augusto Pinochet fortgesetzt. Menschenrechtsanwälte hatten Klage gegen die Entscheidung eines anderen Gerichts eingelegt, das einen Haftbefehl gegen Pinochet aufgehoben hatte. Anlass für die Verhaftung war der Vorwurf gegen den 85-jährigen früheren Militärdiktator, er sei persönlich für die Verschleppung und Ermordung von bis zu 77 linken Regimegegnern verantwortlich. Sie waren kurz nach dem Militärputsch 1973 von einer Spezialeinheit der Armee verschleppt worden, die unter dem Namen "Todeskarawane" bekannt wurde. Pinochet war seinerzeit Oberbefehlshaber des Heeres.

Gegen den Haftbefehl hatten Pinochets Anwälte Einspruch eingelegt und geltend gemacht, zunächst müsse ein ärztliches Gutachten eingeholt werden, ob Pinochet verhandlungsfähig sei. Das Gericht setzte den Haftbefehl mit der Begründung aus, Pinochet sei vorher nicht zu den Vorwürfen befragt worden.

Es wird erwartet, dass der Oberste Gerichtshof noch am Dienstag die Anhörung abschließt. Eine Entscheidung könnte noch diese Woche fallen. Wegen des bevorstehenden Weihnachtsfestes wird aber auch eine Verschiebung des Gerichtsentscheids bis Januar nicht ausgeschlossen. In der Zeit der Militärherrschaft Pinochets von 1973 bis 1990 sind mehr als 3000 Menschen ermordet worden oder verschwanden spurlos.

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