Entscheidung in US-Wahl erwartet
Euro fällt auf Kurse um 0,88 $ zurück

Händler machten dafür Spekulationen, die den republikanischen Kandidaten George W. Bush als Sieger der US-Präsidentenwahl sehen, verantwortlich.

Reuters FRANKFURT. Der Euro ist am Montag vor dem Hintergrund der erwarteten Entscheidung des obersten US-Bundesgerichts im US-Präsidentenwahlkampf über die Handauszählung von Stimmen in Florida auf Kurse um 0,88 $ zurückgefallen. Händler machten dafür Spekulationen, die den republikanischen Kandidaten George W. Bush als Wahlsieger sehen, verantwortlich. Die Möglichkeit eines Sieges von Bush habe viele Marktteilnehmer veranlasst, Euro-Longpositionen zu reduzieren. Kaum reagiert habe der Euro dagegen auf die Einigung beim EU-Gipfel in Nizza, sowie auf Äußerungen des Präsidenten der Landeszentralbank (LZB) in Hessen, Hans Reckers, zur Gemeinschaftswährung und von Bundesfinanzminister Hans Eichel zur Konjunktur.

Im Referenzkursverfahren öffentlicher Banken wurde der Euro am Montag mit 0,8808 nach 0,8889 $ am Freitag festgestellt. Ein $ kostete damit 2,2205 (2,20) DM. Zum Yen wurde der Referenzkurs mit 97,52 (98,55) Yen ermittelt. Die US-Valuta notierte gegen 13.25 Uhr MEZ mit 110,69/74 Yen nach 110,48/56 Yen am Freitagabend in New York.

Nizza hat kaum EInfluss

Im Streit um den Ausgang der US-Präsidentenwahl wird am Nachmittag die möglichicherwiese entscheidende Anhörung vor dem Obersten Gerichtshof des Landes erwartet. Die Anwälte des Republikaners George W. Bush und des Demokraten Al Gore reichten ihre Schriftsätze bei dem Gericht in Washington ein, das für 17.00 Uhr MEZ eine 90-minütige Anhörung zu der Frage der umstrittenen Nachzählungen in dem wahlentscheidenden US-Bundesstaat Florida angesetzt haben. "wenn wir heute eine Lösung bekommen, kann sich das als recht positiv für den $ erweisen. Die Risiken für den Euro liegen auf der Abwärtsseite," sagte Teis Kutsen, Chef-Stratege bei der SEB Merchant Bank in London.

Kaum bewegt zeigte sich der Euro vom Gipfel-Abschluss in Nizza. Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union (EU) hatten sich am frühen Montagmorgen auf eine EU-Reform geeinigt und damit den Weg für die Erweiterung der Union frei gemacht. "Nizza hat sehr wenig Einfluss auf den Euro, da ist ja auch nichts Wichtiges passiert", sagte ein Händler in Frankfurt. Der erzielte Kompromiss sei "nichts Halbes und nichts Ganzes". Bei der Ausweitung der Mehrheitsentscheidungen konnten sich die Staats- und Regierungschefs in wichtigen Politikbereichen wie der Steuer- und Sozialpolitik nicht auf eine Streichung des nationalen Vetorechts einigen.

Umstellung des MSCI-Indizes wirkt sich negativ aus

Auch die Ankündigug einer Umstellung der Morgan Stanley Capital International (MSCI)-Indizes wirkte sich nach Angaben von Händlern negativ auf den Euro aus. MSCI hatte am Sonntag angekündigt, ihre Unternehmens-Indizes künftig nicht mehr auf Basis der gesamten Marktkapitalisierung einer Firma, sondern nur noch auf Basis der frei verfügbaren Aktien (free float) zu berechnen.

Reckers hatte in Frankfurt gesagt, der Kurs des Euro werde sich stabilisieren. Gleichzeitig werde die Inflation in der Euro-Zone zurückgehen. "Ich gehe davon aus, dass sich der Aussenwert des Euro stabilisiert und sich die Preissteigertrate langsam zurückbildet", sagte Reckers. Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) könne dann in einem ruhigeren Fahrwasser verlaufen.

Eichel: Effekte der Ölverteuerung lassen nach

Eichel sagte am Montag auf der Jahresversammlung der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin, die in den vergangenen Monaten durch den gestiegenen Ölpreis ausgelöste Wachstumsdelle in Deutschland sei überwunden. Die Effekte der Ölverteuerung klängen ab. Die Inlandsnachfrage werde durch Steuersenkungen und verbesserte Ertragsaussichten der Unternehmen angeregt.

Der Goldpreis gab beim Fixing am Montagvormittag in London leicht auf 272,50 von 272,95 $ beim zweiten Fixing am Freitag nach.

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