Entscheidung in zwei Wochen
Preussag Touristik bekommt einheitlichen Namen

Vorstandschef Michael Frenzel hatte im Frühjahr bereits angekündigt, Preussag wolle die zahlreichen in den vergangenen Jahren erworbenen Touristikbeteiligungen im Interesse einer besseren Kundenbindung unter einer einheitlichen Marke führen.

Reuters HANNOVER. Die Preussag AG als weltgrößter Reisekonzern wird ihre Tourismus-Aktivitäten wie geplant nach der Sommerpause unter einer gemeinsamen Dachmarke bündeln. Die Entscheidung solle in zwei Wochen zunächst dem Aufsichtsrat und dann der Öffentlichkeit präsentiert werden, bestätigte ein Konzernsprecher am Donnerstag. Einen Bericht der "Financial Times Deutschland", wonach der Name der führenden Preussag-Touristiktochter TUI Bestandteil der Dachmarke werde, wolle er nicht kommentieren, sagte Konzernsprecher Herbert Euler. Es würden nach wie vor mehrere Optionen geprüft. Nach Angaben aus Branchenkreisen spricht aber vieles für eine solche Lösung.

Für die Kunden sollen alle Aktivitäten des Konzerns vom Reiseveranstalter über Hotels, Fluggesellschaften und Reisebüros als Einheit erkennbar sein. Deren bisherige Markennamen sollen dabei nicht völlig verschwinden.

Bereits im Juni hatte die gemeinsame Tochter von Karstadt und Lufthansa, C&N Touristik, aus ähnlichen Gründen den Namen des zuvor erworbenen britischen Reisekonzern Thomas Cook übernommen. Die komplette Umbenennung des Konzerns steht allerdings bei Preussag nach Angaben Eulers erst in einem zweiten Schritt zur Diskussion.

Drei Alternativen standen zur Wahl

Zur Wahl standen bei Preussag nach früheren Angaben drei Alternativen. Ein völlig neuer Name, eine Ergänzung des Konzernnamens Preussag oder eine Aufwertung einer bereits etablierten Marke aus dem Kreis der Touristiktöchter wie TUI, die britische Tochter Thomson Travel oder die Charterflug- und Schifffahrtsgesellschaft Hapag Lloyd.

Preussag hat die verschiedenen Varianten in den vergangenen Monaten mit Hilfe einer externen Agentur erörtert. Eine neuer Kunstname hätte aus Sicht von Branchenkennern hohe Investitionen für die Werbung zur Folge. Auch der bisherige Konzernname Preussag gilt in der Werbebranche nach wie vor als wenig touristisch, sondern steht auch nach dem Umbau des Konzerns und dem Verkauf traditioneller Sparten nach wie vor für Stahl und Kohle.

Bekannte Marken nutzen

"Wir starten nicht bei Null. Wir haben ja bekannte Marken", wird Konzernchef Frenzel in der "Financial Times Deutschland" zitiert. Aber auch die Aufwertung einer bestehenden Marke wie TUI gilt im Hinblick auf die Akzeptanz bei den anderen Beteiligungen und deren Beschäftigten keineswegs als unproblematisch.

Die Preussag ist seit ihrem Einstieg in die Touristik vor vier Jahren durch mehrere Zukäufe zum weltgrößten Reisekonzern aufgestiegen. Zur Touristiksparte gehören neben Europas größtem Veranstalter TUI, die britische Thomson Travel mit jeweils mehreren Marken, Hapag-Lloyd, die größte deutsche Reisebürokette First sowie mit Minderheitsbeteiligungen der französische Reisekonzern Nouvelles Frontieres und die italienische Alpitour.

Frenzel bezeichnete in dem Zeitungsinterview die laufende Geschäftsentwicklung in der Reisesparte des Konzerns als weiterhin sehr gut. Auch für das Jahr 2002 rechne er in diesem Bereich mit einem deutlichen Ertragswachstum.

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