Entscheidung ist eine "böse Überraschung" für Warschau
Gasprom geht in die Ostsee

Der Bau der "Nordeuropäischen Gaspipeline" sei am Montag vom Vorstand des Gasriesen beschlossen worden, berichtete die Moskauer Wirtschaftszeitung "Wedomosti" am Dienstag. Die Aufnahme des Betriebs ist für 2007 geplant.

HB/dpa MOSKAU. Über die neue Pipeline sollen unter anderem Finnland, Schweden und Dänemark sowie die russische Ostsee-Exklave Kaliningrad (Königsberg) beliefert werden. Auch russisches Gas für Großbritannien solle durch die Rohrleitung fließen.

Mit der neuen Pipeline will Gasprom nach Ansicht von Beobachtern die Probleme beim Gastransport über Weißrussland, die Ukraine und Polen abstellen. Für Warschau sei diese Entscheidung eine "böse Überraschung", weil Polen damit um den Transit von 50 Mrd. Kubikmeter Gas von der Halbinsel Jamal gebracht wird, schrieb "Wedomosti".

Der Investitionsbedarf liegt nach Unternehmensangaben bei etwa zehn Mrd. $ (9,93 Mrd. Euro). Westliche Gasprom-Partner, darunter Ruhrgas, Wintershall und TotalFinaElf befürworten die neue Pipeline.

Am Dienstag sprach der Vorstandsvorsitzende der deutschen Ruhrgas AG, Burckhard Bergmann, mit Gasprom-Chef Alexej Miller über die Umsetzung des Projekts, wie die Nachrichtenagentur Intefax meldete. Konkrete Ergebnisse wurden nicht mitgeteilt. Die Gespräche sollen Anfang Dezember fortgesetzt werden.

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