Entscheidung liegt bei Bundesregierung
Finanzierung des Transrapid in Schanghai weiter offen

rtr BERLIN. Die Finanzierung der geplanten Transrapid-Strecke in Schanghai ist auch unmittelbar vor Fertigstellung der Machbarkeitsstudie noch nicht geklärt. Am Freitag gab sich ein Sprecher der Transrapid-International (TI) jedoch zuversichtlich, einen Vertrag über den Bau der Magnetbahn in China bald unter Dach und Fach zu bringen. "Wir sind sehr optimistisch", sagte er. Man warte nun auf ein Zeichen der Bundesregierung, ob sie sich - etwa über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) - an der Finanzierung beteiligen werde. Die Aktie der hauptsächlich an der Magnetschnellbahn beteiligten Thyssen-Krupp AG legte bis zum Nachmittag um 2,62 % auf 16.45 Euro zu. Händler machten die Meldungen über den Bau einer möglichen Strecke für die Magnetschwebebahn Transrapid für den Kursanstieg verantwortlich.

Das Konsortium werde die mit den chinesischen Behörden vereinbarte Machbarkeitsstudie am 20. November abgeben, sagte der Sprecher weiter und bestätigte damit einen Bericht des "Handelsblatt". Dem Bericht zufolge scheinen die Chancen für das Projekt trotz der nach wie vor unklaren Finanzierungslage deutlich gestiegen zu sein. "Die Finanzierung des 2 Mrd. DM teuren Projekts spielt keine übergeordnete Rolle, es wird bestimmt gebaut", zitierte die Zeitung aus Branchenkreisen. Die Machbarkeitsstudie für die Strecke zwischen Schanghai und dem Flughafen Pudong war im Juli nach einem Besuch des chinesischen Premierministers Zhu Rongji auf der Transrapid-Teststrecke im Emsland vereinbart worden.

Verbindung des Flughafens mit Geschäftszentrum

Nach Angaben des TI-Sprechers ist das Projekt "noch nicht in trockenen Tüchern". Es sei jedoch denkbar, einen Vorvertrag über den Bau der Strecke abzuschließen, der zunächst die Finanzierung ausklammere. Er wollte jedoch nicht bestätigen, dass die Ratifizierung wie vom "Handelsblatt" berichtet am 15. Dezember in Peking sein werde. Die Magnetschnellbahn soll das Geschäftszentrum in Schanghai mit dem außerhalb liegenden Flughafen verbinden. Am Transrapid-Konsortium sind neben der Thyssen-Krupp Industries AG die Daimler-Chrysler-Tochter Adtranz und die Siemens AG beteiligt.

Die Konsortiumsmitglieder hätten schon über den Auftrag für die Strecke verhandelt, heißt es in dem Bericht weiter. Von deutscher Seite kämen die Waggons, die Signaltechnik, die Antriebe und die Magnete für die Schnellzüge. China wolle die 35 Kilometer lange Strecke selbst bauen und zwei Drittel zur Finanzierung beisteuern. Woher das restliche Geld herkomme, sei noch unklar. Eine Delegation der Kreditanstalt sei zwar zu Gesprächen in Peking und Schanghai gewesen. Finanzierungsverhandlungen habe es aber nicht gegeben. Die seien ohne die Machbarkeitsstudie nicht möglich.

Zinsgünstige Kredite zur Finanzierung denkbar

Nach Angaben des Sprechers sei eine Finanzierung auch über so genannte soft loans, also zinsgünstige Kredite der KfW, denkbar. Das für die Exportfinanzierung zuständige KfW - Vorstandsmitglied Peter Klaus sagte dem "Handelsblatt", grundsätzlich sei seine Bank zu einer solchen Finanzierung bereit. Nach Angaben des Transrapid-Sprechers müsse jedoch geklärt werden, wer dann den finanziellen Unterschied zu den marktüblichen Konditionen trage: "Die Entscheidung liegt bei der Bundesregierung."



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