"Entscheidung noch in dieser Legislaturperiode"
Fischer will Gesetz zur Fortpflanzungsmedizin

Die Gesundheitsministerin will Rechtslücken schließen.

Reuters BERLIN. Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer (Grüne) will noch vor der nächsten Bundestagswahl 2002 ein neues Gesetz zur Fortpflanzungsmedizin durchsetzen. Fischer sagte am Freitag zum Abschluss eines dreitägigen Kongresses zur Fortpflanzungsmedizin in Berlin: "Es wäre gut, wenn die Entscheidung noch in dieser Legislaturperiode getroffen wird." Mit dem Gesetz sollten gesetzliche Lücken geschlossen und Widersprüche aufgelöst werden. Auch die Möglichkeiten neuer Verfahren sollten bei der Erarbeitung des Gesetzes berücksichtigt werden. Nötig sei eine parteiübergreifende Debatte.

Fischer sagte weiter, entschieden werden müsse etwa, ob die Präimplantationsdiagnostik (PID) zugelassen werden sollte, bei der im Reagenzglas gezeugte Embryonen auf mögliche Erbkrankheiten untersucht und erst dann in den Mutterleib eingesetzt werden. Kritiker, wie etwa Behindertenverbände, befürchten, dass diese Technik zu einer Selektion nur der gesunden Embryonen führen würde. Fischer sagte, sie sei gegen eine Zulassung der PID.

Regelungsbedarf gebe es außerdem bei der Forschung mit embryonalen Stammzellen, sagte Fischer. Aus diesen Zellen können Grundstoffe für Medikamente gewonnen werden. Skeptisch zeigte sich Fischer bei der Frage nach einer Zulassung von Eizellenspenden. Dabei sei ein größerer medizinischer Eingriff nötig als bei Samenspenden. Zudem stellten sich moralische Fragen. Fischer sagte weiter, die Leihmutterschaft, bei der eine Frau das Kind einer anderen Frau austrägt, solle in Deutschland verboten bleiben.

Keine neue Debatte soll es nach Fischers Worten über die Regelung der Abtreibung geben. Hier sei mit breiter Mehrheit ein Kompromiss gefunden worden.

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