Entscheidung über 40.000 Gemeinderäte und Bürgermeister
Geringe Beteiligung bei Kommunalwahlen in Bayern

Mit offenbar niedriger Beteiligung sind am Sonntag sämtliche Kommunalparlamente in Bayern neu gewählt worden. Insgesamt waren fast neun Millionen Wahlberechtigte zur Stimmabgabe aufgerufen.

ap MÜNCHEN. Die Beteiligung war kurz vor Schließung der Wahllokale aber deutlich geringer als vor sechs Jahren. In München waren bis 17.30 Uhr nur 48,4 Prozent der berechtigten zu den Urnen gegangen, in Nürnberg 52,0 Prozent. Die Kommunalwahlen im zweitgrößten Bundesland galten bedingt auch als erster Stimmungstest für die Bundestagswahl im September.

Bundeskanzler Gerhard Schröder und Unions-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber hatten sich im Wahlkampf ebenso engagiert wie die Parteichefs von Grünen, FDP und PDS. Die Wähler entschieden über die Neubesetzung aller Gemeinderäte und Kreistage im Freistaat.

Außerdem standen 17 Oberbürgermeister, mehr als 2.000 Bürgermeister und 63 Landräte für die nächsten sechs Jahre zur Wahl. In München wurde mit Spannung erwartet, ob die älteste rot-grüne Koalition Deutschlands im Rathaus der Landeshauptstadt wieder eine Mehrheit erhält. Umfragen zufolge dürfte die CSU stärkste Fraktion werden, die Grünen mussten mit Verlusten rechnen. Als sicher galt aber die Wiederwahl von Oberbürgermeister Christian Ude. Der SPD-Politiker steht seit neun Jahren an der Spitze der Millionenstadt.

In Nürnberg wurde ein Kopf-an-Kopf-Rennen um das Amt des Oberbürgermeisters erwartet. Die frühere SPD-Hochburg war vor sechs Jahren von dem CSU-Politiker Ludwig Scholz erobert worden. Auch in Augsburg dürfte die Entscheidung zwischen der CSU-Kandidatin und dem SPD-Bewerber um die Nachfolge des bisherigen CSU-Oberbürgermeisters erst bei einer Stichwahl in zwei Wochen fallen. In Stoibers Wohnort Wolfratshausen trat für die CSU der ehemalige Fraktionschef der Grünen im bayerischen Landtag, Manfred Fleischer, an, den SPD-Bürgermeister Reiner Berchtold zu entthronen.

Mit insgesamt 22 Oberbürgermeistern hatte die SPD bisher knapp die Nase vor der CSU. In den bayerischen Stadträten und Kreistagen allerdings hatte sich die CSU vor sechs Jahren mit 43,1 Prozent als weitaus stärkste politische Kraft behauptet, vor der SPD mit 25,7 Prozent und den Freien Wählern mit 15,3 Prozent. Die Grünen errangen 6,9 Prozent, die FDP kam nur auf 1,6 Prozent.

Mit dem landesweiten Ergebnis der Kommunalwahlen rechnet das Statistische Landesamt erst für Mittwoch. Insgesamt bewarben sich rund 150.000 Kandidaten für über 40.000 Mandate.

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