Entscheidung über Ausschluss aus dem MDax im August
Börse sucht Kompromiss mit Porsche

Der Frankfurter Börsen-Vorstand Christoph Lammersdorf hofft im Streit mit Porsche auf einen Kompromiss in letzter Minute. Dem Sportwagenhersteller droht Anfang August der Ausschluss aus dem MDax, dem Index für die 70 mittelgroßen Werte der Frankfurter Börse. Grund ist die Weigerung von Porsche-Chef Wendelin Wiedeking, Quartalsberichte zur Geschäftsentwicklung des Konzerns vorzulegen.

dpa FRANKFURT/M. Wiedeking rebelliert damit gegen die seit 2001 geltende Regel, nach der alle im MDax notierten Unternehmen die Zwischenberichte vorlegen müssen. An den Börsenbarometern Dax, MDax und Nemax orientieren sich vor allem professionelle Investoren bei ihrer Anlageentscheidung. Firmen erhoffen sich deshalb von der Notierung in den Indizes mehr Aufmerksamkeit und steigende Kurse.

Lammersdorf sagte am Montag: "Es gibt auf Vorstandsebene Gespräche zwischen Porsche und uns. Wir wollen eine Lösung finden." Der Sportwagenhersteller hatte Ende Juni die letzte Frist zur Vorlage des Quartalsberichts bei der Börse verstreichen lassen. "Dass im ersten Quartal kein Bericht abgegeben wurde, ist nicht der Todesschuss", sagte Lammersdorf.

"Wenn wir doch noch vernünftige Regelungen finden, gibt es keinen Rauswurf", betonte der Börsenvorstand. Der Arbeitskreis Aktienindizes hat am 7. August seine nächste Sitzung. "Dann ist auch Porsche ein Thema", sagte er.

Trotz der angeblichen Kompromissbereitschaft rückt der für die Indizes verantwortliche Lammersdorf nicht davon ab, dass sich auch Porsche an die Berichtspflicht halten muss. Wiedeking begründete seine Weigerung, alle drei Monate über Umsatz und Ertrag zu informieren, mit dem im Jahresverlauf schwankenden Autogeschäft. Porsche - Schwergewicht im MDax - publiziert seine Ergebnisse bisher nur halbjährlich. "Es ist nur ein kleiner Schritt, zwei Mal im Jahr zusätzlich ein paar Zahlen aufzuschreiben", meint Lammersdorf. "Das Regelwerk fordert ja nicht, dass vier Mal im Jahr eine Bilanz mit vollständigen Erläuterungen vorgelegt wird."

Die Börse hat in diesem Jahr vier Unternehmen Ausnahmeregelungen erteilt. Wegen der Umstellungen der Rechnungslegung auf neue Standards wurde für die MDax-Werte Bilfinger+Berger, Dürr und Rheinmetall sowie für den "Absteiger" Philipp Holzmann eine Übergangsregelung getroffen.

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