Entscheidung über Lindsey-Nachfolge noch offen
Republikaner halten nichts von Bushs Kandidaten

Gegen den Kandidaten des US-Präsidialamts für den Posten des Chef-Wirtschaftsberaters regt sich Widerstand unter den regierenden Republikanern. Grund seien Zweifel an der Bereitschaft des als Favorit geltenden früheren Chairmans der Investmentbank Goldman Sachs, Stephen Friedman, zu weiteren Steuersenkungen, hieß es am Dienstag aus Parteikreisen.

Reuters WASHINGTON. "Wir tun, was wir können, um diese Berufung zu verhindern", sagte Stephen Moore, Präsident des Club for Growth, einer Lobby-Vereinigung, die sich für Steuersenkungen einsetzt. "Wir halten nicht viel von ihm." Friedman sei gegen eine Erhöhung der Staatsverschuldung. Moore und andere Konservative stoßen sich an Friedmans Verbindung zur Vereinigung Concord Coalition, die sich für eine Reduzierung des Haushaltsdefizits stark macht.

Aus Regierungskreisen verlautete, es sei immer noch wahrscheinlich, dass Friedman Nachfolger des am Freitag zurückgetretenen Chef-Wirtschaftsberaters im Präsidialamt, Lawrence Lindsey, werde. Zugleich hieß es aber auch: "Bislang ist darüber nichts endgültig entschieden." Präsidialamtssprecher Ari Fleischer wollte sich zu der Personalie nicht äußern.

Friedman arbeitete bei Goldman Sachs 20 Jahre lang mit dem ehemaligen Finanzminister Robert Rubin zusammen. Rubin, der unter Präsident Bill Clinton das Ministerium leitete, hat Anlegern zufolge mit seiner gelassenen, ruhigen Art und seinem feinen Gespür für die Finanzmärkte Maßstäbe gesetzt, an denen seine Nachfolger gemessen werden.

Lindsey war wie Finanzminister Paul O'Neill vergangene Woche aus dem Amt gedrängt worden. O'Neill galt nicht als Fürsprecher weit reichender Steuersenkungen, die Präsident George W. Bush zur Stimulierung der Wirtschaft anstrebt. Zu O'Neills Nachfolger berief Bush am Montag den 63-jährigen Bahnmanager John Snow.

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