Entscheidung über niedrigere Überschussbeteiligung offen
Allianz verkauft mehr Lebensversicherungen

Die Lebensversicherung der Allianz wächst deutlich stärker als der Gesamtmarkt. Impulse erhält das Geschäft vor allem aus Abschlüssen zur betrieblichen Altersvorsorge.

ali/cd DÜSSELDORF. Die zum Allianz-Konzern gehörende Allianz Lebensversicherungs-AG hat ihr Neugeschäft im ersten Halbjahr 2002 um knapp 30 % gesteigert. Sie wuchs mehr als doppelt so stark wie der Markt mit 13 %. Dabei profitierte die Allianz - vor Ergo und AMB Marktführer in Deutschland - nach eigenen Angaben von seiner Kapitalstärke. "Gerade in der aktuell schwierigen Situation an den Kapitalmärkten sind finanzstarke Unternehmen im Vorteil", erklärte der Vorstandsvorsitzende der Allianz Leben, Gerhard Rupprecht. Schließlich sei für die Kunden eine stabile Verzinsung ihres Vorsorgekapitals das wichtigste Kriterium bei der Wahl ihrer Lebensversicherung.

Auf Grund der schwachen Börsenentwicklung haben einige Lebensversicherer Schwierigkeiten, die gesetzlich garantierte Mindestverzinsung von meist 3,25 % darzustellen. Quer durch die Bank senken Anbieter für 2003 ihre Überschussbeteiligungen ab. Die Allianz hält sich hier noch zurück: "Darüber entscheiden wir erst im Spätherbst", sagte Vorstandsmitglied Eckhard Hütter dem Handelsblatt. Eine Senkung des Gewinnbeteiligung bei der Allianz hätte Signalcharakter für den Gesamtmarkt.

Keinesfalls wolle die Allianz angeschlagene Lebensversicherer übernehmen, sagte Hütter. "Das gehört nicht zu unserer Strategie. Wir stehen nur für allgemeine Lösungen zur Verfügung." Die Branche plant hier einen Pool für Problem-Gesellschaften. In der Vergangenheit war die Allianz aber nicht zuletzt durch die Übernahme angeschlagener Lebensversicherer zum größten deutschen Anbieter gewachsen.

Die Stuttgarter sehen sich trotz "drastisch gesunkener Aktienkurse" komfortabel aufgestellt. Ende Juni betrug die Bewertungsreserve gut acht Prozent der Kapitalanlagen von 94,5 Mrd. Euro. Die Summe der Anlagen stieg um 3,2 % seit Jahresanfang. Die Asset-Manager des Versicherers schichteten von Staatsanleihen und Pfandbriefen zu Unternehmensanleihen um, da diese höhere Renditen böten. Die Aktienquote wurde seit Jahresanfang von 24,7 auf 23,1 % gesenkt.

Impulse erhielten die Stuttgarter aus dem Geschäft mit der betrieblichen Altersvorsorge. Die Allianz Pensionskasse habe bereits mit mehr als 2000 Unternehmen Verträge abgeschlossen. Auch die Nachfrage nach Produkten der Metallrente - dem Versorgungswerk der Metall und Elektroindustrie - sei hoch; 450 Arbeitgeber hätten dort Verträge abgeschlossen. Die Allianz ist Konsortialführer des Versorgungswerkes, das erst kürzlich die Provisionen für die Vermittlung von Altersvorsorgepolicen erhöht hatte, um den Vertrieb zu motivieren. "Verhalten" entwickelte sich das Geschäft bei der Riester-Rente mit bisher knapp 480 000 Verträgen.

Quelle: Handelsblatt

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