Entscheidung über weitere Modellreihe fällt im kommenden Jahr
Porsche fährt auch in diesem Jahr mit Vollgas

Porsche steht vor einem neuen Rekordjahr. Das größte Problem sind zurzeit die langen Lieferfristen. Der Sportwagenhersteller kann gar nicht so schnell produzieren, wie die Kunden die Modelle Boxster und 911er kaufen. Als Engpass bezeichnet Vorstandschef Wendelin Wiedeking die Zulieferung.

weg STUTTGART. "Lieferfristen für einige Modelle über das Jahr 2002 hinaus sind ungesund", sagte Vorstandschef Wendelin Wiedeking bei der Vorlage der Porsche-Bilanz am Mittwoch in Stuttgart. Dieses Problem lässt sich aber nach seiner Darstellung nicht so leicht lösen. "Wir laufen überall an der Kapazitätsgrenze", sagte Wiedeking. Der Engpass liege in erster Linie bei den Lieferanten.

Für das laufende Jahr erwartet der Porsche-Chef einen Absatz von über 50 000 Autos nach 48 800 im Vorjahr. Diese Prognose hält Pia-Christina Schulze, Autoanalystin beim Bankhaus Merck Finck & Co., für zu niedrig. Sie rechnet damit, dass Porsche rund 52 000 Fahrzeuge verkaufen wird. Dann würde das Unternehmen über 8 Mrd. DM umsetzen, ein Plus von 15 % gegenüber dem Vorjahr. "Das würde den Wachstumstrend fortschreiben", sagte Schulze.

Wiedeking selbst machte keinen Angaben zum erwarteten Umsatz oder Ergebnis. In den ersten vier Monaten des Geschäftsjahrs 2000/2001 (31. Juli) hat der Autohersteller den Umsatz um 14 % auf rund 2,15 Mrd. DM erhöht. Diese Steigerung könne man aber nicht auf das gesamte Geschäftsjahr hochrechnen, warnte Wiedeking. Er erwartet erneut "eine gute Ertragssituation". Angesichts der traditionell zurückhaltenden Prognosen des Sportwagenherstellers hält Jürgen Pieper, Autoanalyste beim Bankhaus Metzler, die Chance für groß, "dass es wieder ein sehr gutes Jahr wird."

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte Porsche den Umsatz um 15 % und den Vorsteuer-Gewinn um 21,5 % gesteigert. Pieper erwartet, dass der Ertrag erneut schneller wächst als der Umsatz, trotz der Aufwendungen für den Bau des Werks in Leipzig, wo der Geländewagen Cayenne vom Band läuft.

Diese Kalkulation stützt sich auf den veränderten Modellmix. Porsche wird in diesem Jahr 4 000 Exemplare des teuren 911 Turbo produzieren, im Vorjahr waren es nur 1 600 Fahrzeuge. Auch bei der Baureihe Boxster verschiebt sich die Nachfrage zum teureren Boxster S. Der hohe Dollarkurs bringt dem Unternehmen laut Finanzvorstand Holger Härter zusätzlich Erträge in nicht bezifferter Höhe, auch wenn Porsche eine konsequente Absicherung der Dollargeschäfte betreibt.

Im Frühjahr 2001 will Porsche nach Wiedekings Darstellung entscheiden, ob der Sportwagen Carrera GT gebaut wird, den das Unternehmen vor einigen Monate präsentierte. Das Auto soll zwischen 700 000 und 800 000 DM kosten. Zur Zeit werde geprüft, ob es genug potenzielle Käufer gebe, sagte Wiedeking. 2001 soll nach den Worten des Porsche-Chefs auch entschieden werden, ob es neben dem Einstiegsmodell Boxster, dem Klassiker 911 und dem neuen Geländewagen Cayenne noch eine vierte Baureihe geben soll.

Der Geländewagen Cayenne kommt im Geschäftsjahr 2002/2003 auf den Markt. Bisher ist eine Produktion von 25 000 Fahrzeugen angepeilt. "Manches spricht dafür, dass dies noch nicht das letzte Wort ist", sagte Wiedeking. Analysten halten eine Produktion von 30 000 Fahrzeugen für realistisch.

Kräftiges Wachstum verspricht sich die Porsche-Spitze auch von einem Ausbau der Finanzdienstleistungen. Mittelfristig wolle man 20 % bis 30 % der Porsche-Käufe über Leasing abwickeln, sagte Finanzvorstand Härter.

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