Entscheidung um WM-Spielorte noch offen
Spekulationen um WM-Spielorte

Wenn am Montag in Frankfurt/Main die Austragungsorte der Fußball-WM 2006 bekannt gegeben werden, enden für die Bewerber vier Monate zwischen Hoffen und Bangen seit der offiziellen Bewerbungsabgabe im Dezember.

sid FRANKFURT. Allerdings kämpfen nur noch 15 Kandidaten um die voraussichtlich 12 Spielorte, da Leverkusen am Mittwoch seine Bewerbung zurückgezogen hat. Dennoch ist das Rennen entgegen aller Spekualtionen noch völlig offen.

"Es kann noch gar nichts entschieden sein, da wir noch gar keine Pläne vorgelegt haben", dementierte Wolfgang Niersbach, der Vizepräsident des Organisationmskomitees (OK), im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (sid) die unzähligen Spekulationen in den Medien. "Die Entscheidung fällen am Montagvormittag Fifa-Chef Sepp Blatter und Lennart Johansson in seiner Eigenschaft als Präsident des WM-Kommission der Fifa", erklärte der OK-Vize den Ablauf. Zuvor werden die Vorschläge des OK, das in den vergangenen Wochen die Bewerbungsunterlagen eingehend geprüft hat, am Sonntag dem DFB-Präsidium vorgelegt.

Alle 15 verbliebenen Bewerber haben die Kriterien des OK erfüllt und können sich nach wie vor Hoffnungen darauf machen, bei der WM in vier Jahren Schauplatz des Geschehens zu sein. "Alle haben die Voraussetzungen geschaffen. Wir haben 15 WM-taugliche Stadien zur Auswahl", sagte Niersbach. "Unsere endgültigen Vorschläge werden nicht von Emotionen beeinflusst. Wichtig sind vor allem regionale Aspekte, da wir die WM in die ganze Republik bringen wollen, und natürlich auch wirtschaftliche Gesichtspunkte", erklärte der frühere DFB-Mediendirektor.

Der Rückzug der Bayer AG und der Stadt Leverkusen erfolgte in Absprache mit dem OK. Als Ausgleich dafür wird die deutsche Nationalmannschaft während der WM ihr Trainingslager in der BayArena aufschlagen. "Ich bin froh, dass wir eine so gute Lösung gefunden haben, um Leverkusen in dem WM-Ablauf zu integrieren. Ich bin sicher, dass diese Lösung eine bessere PR-Wirkung für den Fußball-Standort Leverkusen hat, als zwei WM-Spiele", meinte Niersbach. Der Leverkusener Bewerbung waren schon im Vorfeld geringe Chancen eingeräumt worden, da die Bay-Arena lediglich 22.500 Sitzplätze bietet und der Weltverband Fifa eine Mindestkapazität von 40 000 Plätzen verlangt.

Auch die drei weiteren Bewerber, die auf der Strecke bleiben, werden nicht ganz leer ausgehen. So sollen diese Städte zukünftig bevorzugt Länderspiele austragen dürfen und namhafte WM-Teilnehmer beherbergen. "Wir werden uns etwas einfallen lassen, um unseren Dank zum Ausdruck zu bringen. Es gilt deren Anstrengungen und Leistungen zu würdigen", meinte der für die Stadien verantwortliche OK-Vizepräsident und DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt. Bremen, Mönchengladbach und Düsseldorf haben wohl die schlechtesten Karten.

Ebenfalls noch nicht entschieden ist der Standort des Medzienzentrums, das angeblich unter den Städten München, Berlin und Düsseldorf aufgeteilt werden soll. "Das sind alles Spekulationen und Gerüchte. Ich weiß nicht, wie die zustande kommen und wüsste das auch gerne. Die Entscheidung fällt wie bei den Stadien erst am Montag", erklärte OK-Pressechef Gerd Graus.

Für eine Aufteilung zwischen Print- und Fernsehmedien spricht allerdings auch eine Äußerung des Münchner Oberbürgermeisters Christian Ude. "Ich gehe davon aus, dass wir das Eröffnungsspiel und das Fernseh-Zentrum erhalten", meinte der Poltiker. Neben München, Berlin und Düsseldorf haben sich auch Frankfurt/Main und Leipzig um das Pressezentrum beworben.

Für die Bekanntgabe am Montag hat sich das OK einen besonderen Modus einfallen lassen. Die Reihenfolge der zwölf Gewinner wird per Zufallsgenerator ermittelt. "Ein prominenter Glücksbringer wird den Knopf drücken und dann wird die jeweilige Stadt mittels eines Kurzfilms vorgestellt. Anschließend erhält der Oberbürgermeister eine Urkunde", erläuterte Niersbach den Ablauf. Wer die unbekannte Glücksfee sein wird, bleibt bis zum Montag allerdings sein gut gehütetes Geheimnis.

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