Entscheidung völlig offen
Bau-Tarifabschluss könnte an Arbeitgebern scheitern

Der Tarifabschluss für die 950 000 Beschäftigten der Bauindustrie könnte möglicherweise am Widerstand der Arbeitgeber scheitern. Ob es eine Mehrheit für die Annahme geben werde, hänge vom Votum des bayerischen Mitgliedsverbandes ab.

Reuters FRANKFURT. Die Entscheidung über die Annahme der Tarifeinigung werde am Donnerstag relativ knapp ausgehen, sagte die Sprecherin des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes (ZDB), Ilona Klein, am Mittwoch. Ob es eine Mehrheit für die Annahme geben werde, hänge vom Votum des bayerischen Mitgliedsverbandes ab. Auch der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) erklärte, die Entscheidung sei völlig offen. Die Arbeitgeber müssen bis Donnerstag erklären, ob sie den Tarifabschluss akzeptieren.

Der bayerische Mitgliedsverband sei einer der mitgliederstärksten Verbände und berate erst am Mittwoch über den Tarifabschluss, sagte ZDB-Sprecherin Klein. Mit knapp 20 Prozent der Stimmen verfügten die Bayern über großes Gewicht im Bundesverband. Von ihrem Votum hänge ab, ob der Abschluss insgesamt angenommen werde.

Beim zweiten Arbeitgeberverband HDB hätten die Zeichen Anfang der Woche noch auf Annahme gestanden, sagte HDB-Sprecher Heiko Stiepelmann. Dass allerdings nicht laut gejubelt werde, sei verständlich, weil die Tarifeinigung den Arbeitgebern das Äußerste abverlange. "Es ist noch alles offen." Die Landesverbände würden noch bis Donnerstag über den Abschluss abstimmen.

Die Gewerkschaft IG BAU wollte am Mittwoch das Ergebnis der Urabstimmung bekannt geben, in der ihre Mitglieder über die Annahme des Abschlusses zu entscheiden hatten. Die Tarifeinigung sieht eine Lohnerhöhung um 3,2 Prozent ab dem 01. September und um weitere 2,4 Prozent ab 01. April 2003 vor. Hinzu kommen in Westdeutschland für drei Monate Einmalzahlungen von jeweils 75 Euro. Volkswirte hatten den Tarifabschluss für die seit Jahren kriselnde Baubranche einhellig als zu hoch bewertet. Die IG BAU hatte für ihre Lohnforderungen erstmals seit mehr als 50 Jahren bundesweit gestreikt.

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