Entscheidung von Dervis abhängig
Ecevit schließt Rücktritt nicht mehr aus

Der erkrankte türkische Ministerpräsident Bülent Ecevit schließt einen Rücktritt nicht mehr aus. Ecevit sagte der Tageszeitung "Milliyet" (Montagausgabe), er könnte zurücktreten, falls seine Drei-Parteien-Koalitionsregierung die Mehrheit im Parlament verlieren sollte.

Reuters ISTANBUL. Ecevit hat sich gegen vorgezogene Wahlen gesperrt. Daraufhin waren aus seiner Demokratischen Linkspartei (DSP) scharenweise Minister und Abgeordnete ausgetreten. Auch die Koalitionspartner haben sich für vorgezogene Wahlen noch in diesem Jahr ausgesprochen.

Ecevit sagte der Zeitung, falls Wirtschaftsminister Kemal Dervis die Regierung verlassen sollte, könnte dies einen Exodus bei der DSP auslösen und ihn zum Rücktritt bewegen. Dervis gilt als Schlüsselfigur der Regierung, zumal er mit dem Internationalen Währungsfonds im Februar ein Hilfpaket über 8 Mrd. $ ausgehandelt hatte. Dervis hat bereits den Rücktritt angeboten, der aber vom Staatspräsidenten abgelehnt worden war.

Sieben Minister und etwa 35 Abgeordnete haben die von Ecevit gegründete DSP bereits verlassen. In dem 550 Abgeordnete umfassenden Parlament hat die Regierungskoaltion jetzt noch eine Mehrheit von rund einem Dutzend Sitze. "Falls Herr Dervis eine differenzierte Haltung annimmt, werde ich zurücktreten müssen, ohne auf die 276 (den Verlust der absoluten Mehrheit) zu warten", sagte Ecevit der Zeitung.

Dervis hatte zuletzt erklärt, er unterstütze die vom zurückgetretenen Außenminister Ismail Cem geplante neue Bewegung.

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