Entscheidung wohl bis zum 25. Februar: Tchibo-Spitze wird überraschend neu besetzt

Entscheidung wohl bis zum 25. Februar
Tchibo-Spitze wird überraschend neu besetzt

Dieter Ammer, Deutschland-Chef des belgischen Bierkonzerns Interbrew, soll an die Spitze der Hamburger Tchibo-Holding berufen werden. Das bestätigte ein Tchibo-Sprecher am Dienstag in Hamburg.

HB/dpa HAMBURG/BREMEN. Ein entsprechender Vorschlag liege dem Aufsichtsrat vor und soll am 25. Februar entschieden werden. Ammer soll seine neue Position am 1. Juni antreten, einen Monat bevor der gegenwärtige Tchibo-Chef Reinhard Pöllath ohnehin seinen Posten räumen muss. Er war auf ein Jahr befristet aus dem Aufsichtsrat in den Vorstand delegiert worden und kehrt in das Aufsichtsgremium zurück.

Der 52-jährige Ammer begann seine Karriere bei der Unternehmensberatung Arthur Andersen und wechselte 1992 in die niedersächsische Zuckerwirtschaft. Seit 1997 gehörte der gebürtige Bremer der Geschäftsführung der Brauerei Beck & Co an, seit 2001 als Vorsitzender. Er war maßgeblich am Verkauf der Brauerei von einem Erbenkreis an die belgische Interbrew beteiligt. Auch künftig soll Ammer dem Aufsichtsrat der deutschen Interbrew-Tochtergesellschaft angehören. In der Tchibo-Holding sind die unternehmerischen Beteiligungen der Familie Herz zusammengefasst. Dazu zählen zur Zeit das Kaffeegeschäft mit den Marken Tchibo und Eduscho sowie gut 30 Prozent am Nivea-Hersteller Beiersdorf.

Die Berufung Ammers kommt zum gegenwärtigen Zeitpunkt überraschend. Pöllath hatte im vergangenen Jahr erklärt, die Position könne erst neu besetzt werden, wenn über die Zukunft der Beiersdorf - Beteiligung von Tchibo entschieden sei. Die Familie Herz hat aus dem Verkauf der Zigarettenfirma Reemtsma sechs Milliarden Euro zu investieren und möchte ihren Beiersdorf-Anteil gern aufstocken.

Die Allianz-Versicherung als möglicher Verkäufer hat bislang nicht zu erkennen gegeben, ob sie Anteile abgeben will und ob Tchibo dabei zum Zuge kommt. Auch internationale Konzerne wie L'Oreal und Procter & Gamble sind an der lukrativen Marke Nivea interessiert. Über den Verkauf ihrer 42 Prozent Beiersdorf-Aktien will die Allianz wohl erst entscheiden, wenn sie selbst den Wechsel an der Spitze vollzogen hat.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%