Entscheidung zum Einstieg steht offenbar kurz bevor – Gespräche mit Flughäfen aufgenommen
Preussag will auf der Billigflug-Welle mitschwimmen

Die Entscheidung der Preussag zum Einstieg in den deutschen Billigflugmarkt steht offenbar kurz bevor. Mit einigen deutschen Flughäfen habe das Unternehmen bereits konkrete Gespräche über die Aufnahme von Flügen geführt, erfuhr das Handelsblatt aus Branchenkreisen. Ein Sprecher des Flughafens Hannover bestätigte, dass "in den nächsten Tagen" Verhandlungen mit der Preussag geplant seien.

ebe DÜSSELDORF. Europas größter Reisekonzern hatte im Mai mit der Ankündigung überrascht, einen Einstieg in das wachsende Billigflug-Business zu prüfen. Branchenbeobachter erwarten, dass Preussag in einem ersten Schritt vor allem Passagiere seiner Geschäftsreisesparte TQ3 in die eigenen Flugzeuge umleiten will. Damit könnte das Unternehmen die Abhängigkeit zu Lufthansa verringern. Allein die Büros des größten deutschen Reiseveranstalters Tui bescheren Lufthansa derzeit einen Umsatz von rund 1 Mrd. Euro.

Ob Preussag das Geschäftsfeld allein entwickelt oder eine strategische Partnerschaft mit einer Fluglinie eingeht, ist offenbar noch nicht entschieden. Nach dpa-Informationen will Preussag gemeinsam mit der Germania Flugreisen GmbH eine Tochtergesellschaft gründen, an der Germania-Chef Hinrich Bischoff 80 % und Preussag 20 % halten soll. Der Reisekonzern hat das bisher dementiert: "Das reflektiert in keinster Weise den Stand unserer Überlegungen", hieß es aus Hannover. Mit dem Partner Germania, der an die Preussag-Tochter Hapag Lloyd ohnehin bereits Maschinen verleast und über freie Flugkapazitäten verfügt, wäre ein schneller Einstieg problemlos möglich. Preussag-Vorstandschef Michael Frenzel hatte am Wochenende von "überschaubaren Investitionen" gesprochen, um in den wachsenden Markt mit Billigfluggesellschaften einzusteigen. Die Maschinen könnten etwa bei anderen Gesellschaften geleast werden.

Im Umfeld von Preussag heißt es, der Einstieg ins Billigflug-Business stoße auch auf Widerstände. Zum einen bereiten Kerngeschäft sowie die hohe Verschuldung des Konzerns schon Sorgen genug. Außerdem gilt die Strategie als gewagt, sich mit innerdeutschen Flügen gegen die starke Lufthansa zu positionieren. Der Deutschen BA hat dieser Versuch jahrelang vor allem Verluste gebracht. Befürworter und Kritiker werden auf der Hauptversammlung ihre Argumente austauschen.

Quelle: Handelsblatt

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