Entschiedenes Eingreifen gefordert
Verband: Telekom verzögert Liberalisierung der Ortsnetze

ddp KÖLN. Der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) wirft der Deutschen Telekom vor, bei der Liberalisierung der Ortsnetze eine "Verzögerungstaktik" zu verfolgen. Die Telekom habe weiterhin 98 % der Anschlüsse, obwohl die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) bereits zur Mitte des Jahres die Grundsätze der Marktöffnung auch in diesem Bereich festgelegt habe, sagte VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner in Köln. Ohne die Öffnung der Ortsnetze für andere Anbieter könne es jedoch keinen dauerhaften Wettbewerb auf dem Telekommunikationsmarkt geben. Erklärtes Ziel des Verbandes sei es, im kommenden Jahr auch im Ortsnetz Fuß zu fassen.

Von der Regulierungsbehörde fordert Grützner ein entschiedeneres Eingreifen gegen die Telekom. Bisher gebe es keine Sanktionsmöglichkeiten, wenn die Telekom Beschlüsse der Behörde nicht oder nur langsam umsetze, sagte Grützner. Die Telekom gehe deshalb kein wirtschaftliches Risiko ein, wenn sie die Liberalisierung des Marktes verzögere. Das gelte auch für das Verfahren bei der Abrechnung der Call by Call-Anbieter. Die Unternehmen, die das Inkasso-Verfahren übernehmen wollen, bekämen von der Telekom keine Planungssicherheit, weil diese die Preise nicht festsetze.

Grützner gab zu, "die Hartnäckigkeit unterschätzt" zu haben, mit der die Telekom ihr Monopol verteidige. Er habe gedacht, der Bonner Telekommunikationsriese würde sich als "normaler Geschäftspartner" verhalten. Stattdessen versuche die Telekom "als Monopolist alles zu verhindern". Die Mitbewerber der Telekom hätten sich im Jahr 2000 nur 0,7 % zusätzlichen Marktanteil sichern können.

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