Entschlüsselung wirft ethische Fragen auf
Bulmahn zur Genomentschlüsselung: "Großer Tag für die Forschung"

dpa LINDAU. Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) hat die Entschlüsselung des menschlichen Erbguts als "großen Tag für die Forschung" gewürdigt. So sei die Voraussetzung für große Fortschritte in der Medizin geschaffen, sagte Bulmahn am Montag auf der 50. Tagung der Nobelpreisträger in Lindau. "Ich beglückwünsche die beteiligten Forscherinnen und Forscher in aller Welt, darunter auch aus Deutschland, zu ihrer großartigen Leistung".

Die Entschlüsselung werfe aber auch ethische Fragen auf. "Die Bundesregierung wird sich dafür einsetzen, dass internationale Rahmenbedingungen für den verantwortungsvollen Umgang mit genetischen Informationen geschaffen werden", erklärte Bulmahn. Erkenntnisse über das menschliche Erbgut müssten der gesamten Wissenschaft zur Verfügung gestellt werden müssten, sagte sie der dpa am Sonntagabend in Berlin. "Ein Patent darauf darf es auf keinen Fall geben". Darin stimme sie mit ihrem französischen Amtskollegen Roger-Gerard Schwartzenberg überein. Die Ministerin hatte am Wochenende an einem Treffen der Forschungsminister der zur G-8-Gruppe gehörenden wichtigsten Industrienationen in Bordeaux teilgenommen.

Die Ministerin kündigte an, Deutschland werde auch in Zukunft seinen Beitrag bei der Erforschung der Funktion der einzelnen Genomabschnitte leisten. Die Mittel dazu seien im Haushalt 2001 um 50 % gegenüber 2000 erhöht worden. In den nächsten vier Jahren würden 270 Mill. DM Projektmittel bereitgestellt, an institutioneller Förderung für die Genomforschung insgesamt von Bund und Ländern noch einmal jährlich rund 240 Mill. DM. Der renommierte deutsche Genomforscher Prof. Andre Rosenthal hatte in der Zeitung "Die Welt" (Montagausgabe) davor gewarnt, dass die Bundesrepublik wegen mangelnder staatlicher Unterstützung den Anschluss an die weltweite Erbgutforschung verpasse.

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