Enttäuschende Leistung der Deutschen Teams
Kaiserslautern und Hertha droht frühes Aus im Uefa-Cup

Der DFB-Pokalfinalist Kaiserslautern verlor am Mittwoch in der ersten Runde um den Uefa-Cup gegen FK Teplice aus der Tschechei. Hertha BSC kam gegen den polnischen Vizemeister Groclin Grodzisk über ein Unentschieden nicht hinaus.

HB KAISERSLAUTERN. Nach zwei Torwartfehlern von "Irrläufer" Tim Wiese und einer indiskutablen Teamleistung droht dem 1. FC Kaiserslautern bereits in der 1. Uefa-Cup-Runde das Aus. Drei Tage nach dem couragierten Bundesliga-Sieg in Frankfurt verloren die Pfälzer am Mittwochabend ihr europäisches Saisondebüt gegen den tschechischen Pokalsieger FK Teplice verdient mit 1:2 (0:1) .

Jan Rezek hatte die Gäste in der 6. Minute nach einem krassen Fehler der FCK-Abwehr in Führung gebracht. Nach dem Ausgleich durch Nationalspieler Miroslav Klose (57.) schöpften die 18 511 Fans auf dem Betzenberg zunächst wieder Hoffnung. Doch Henrich Bencik (64.) besiegelte nach einem erneuten unkontrollierten Ausflug Wieses die verdiente Heimniederlage der Pfälzer, die im Rückspiel am 16. Oktober auch böse Erinnerungen an den Gegner haben: Vor einem Jahr waren die "Roten Teufel" im UI-Cup in Teplice mit 0:4 gedemütigt worden.

"Ich sage nicht, dass es das schon war - aber jetzt muss wieder ein kleines Wunder geschehen", sagte FCK-Trainer Erik Gerets. "Die erste Halbzeit war schwach, in der zweiten wurden wir dann besser und haben das Tor gemacht. Aber das war trotzdem nicht genug."

Statt sich durch eine frühe Führung Schwung zu holen, mussten die FCK-Profis den Schock eines schnellen Rückstandes verkraften. Nach einem langen Musterpass des überragenden Spielmachers Pavel Horvath wurde der Torschütze Rezek von Marian Hristov nicht energisch genug attackiert, und als Wiese auch noch viel zu früh aus seinem Tor eilte, senkte sich die "Bogenlampe" ins Ziel.

Danach fiel die Mannschaft von Gerets, der mit der Sieg-Elf von Frankfurt antrat, in den alten Trott unseliger Zeiten zurück: Fehlpässe, mangelndes Abwehrverhalten, kaum Kreativität. Bis auf eine schöne Doublette (40.) rissen auch Klose und Vratislav Lokvenc keine Bäume aus. Die technisch besseren Gäste hätten die Führung sogar noch ausbauen können: Wiese konnte einen Freistoß von Kapitän Horvath gerade noch zur Ecke fausten (30.), dann rettete Steffen Freund in letzter Sekunde vor Rezek (44.).

Gellende Pfiffe der frustrierten Fans begleiteten die Lauterer Profis zur Halbzeit in die Kabine. Das kurzzeitige Aufbäumen des Bundesliga-13. wurde durch den engagierten Klose belohnt, der nach Flanke des eingewechselten José Dominguez zum 1:1 einköpfte. Doch dann bereitete wieder Wiese den Weg zum 1:2, als er eine Freistoßflanke von Horvath unterlief und Bencik ins leere Tor köpfte.

Hertha BSC kann auch im Uefa-Cup nicht gewinnen

Die in der Bundesliga noch sieglosen Berliner kamen am Mittwoch gegen den polnischen Vizemeister Groclin Grodzisk über ein trostloses 0:0 nicht hinaus und müssen um den Einzug in die zweite Runde bangen. Vor 23 142 Zuschauern ließ die Elf von Trainer Huub Stevens erneut jede mannschaftliche Geschlossenheit vermissen und kassierte für ihren "Folter-Fußball" ein gellendes Pfeifkonzert und "Stevens-raus"-Rufe von den Rängen.

Der Coach reagierte nach der indiskutablen Leistung mit einer für seine Verhältnisse starken Kritik an den Spielern, warf ihnen mangelnde Aggressivität, fehlenden Mut und taktische Undiszipliniertheit vor: "Es ist uns nicht gelungen, den Kopf frei zu bekommen und mit Selbstvertrauen zu spielen." Noch härtere Worte fand Manager Dieter Hoeneß, der fehlende Leidenschaft anprangerte und Konsequenzen ankündigte: "Das geht nicht, das wird die Mannschaft auch spüren. Wenn es sein muss, schmeiß' ich auch einen raus. Jetzt ist es genug." Abwehrchef Dick van Burik gestand: "Ich kann die Fans verstehen, wenn sie nicht zufrieden sind. Es war heute von vorn bis hinten schlecht."

Ohne den Langzeitverletzten Marcelinho fehlte bei den verunsicherten Gastgebern wie so oft in den vergangenen Wochen Führungsfigur und Stratege. Weder Andreas Neuendorf, am Samstag beim 2:2 in Bochum als zweifacher Torschütze noch ein Hoffnungsschimmer, noch Bart Goor oder Alexandar Mladenow taugten als Ideengeber. Bezeichnenderweise entsprangen die einzigen drei Hertha-Chancen Standardsituation: In der 21. Minute stocherte der indiskutable Arthur Wichniarek nach einer Neuendorf-Freistoßflanke aus einem Meter den Ball am Tor vorbei. In der zweiten Halbzeit scheiterten Nationalspieler Arne Friedrich (60.) und Neuendorf (66.) nach Eckbällen mit ihren Kopfbällen an Torhüter Mariusz Liberda.

Groclin Grodziask versteckte sich keineswegs, trumpfte vor allem in der ersten Halbzeit mit schnörkellosen Kontern auf und stürzte die schwerfälligen Innenverteidiger van Burik und Alexander Madlung in etliche Verlegenheiten. Die größte Chance zur Führung vergab der quirlige Andrzej Niedzielan, als er in der 36. Minute nach einem Eckball von Lumor Sedlacek völlig freistehend den Ball nicht unter Kontrolle brachte. In der Nachspielzeit konnten die Gäste zudem eine 3:1-Überzahl vor dem Berliner Tor nicht nutzen.

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