Enttäuschende NTT-Platzierung
Analysten erwarten weitere Kursverluste bei NTT

Der Aktienkurs des japanischen Telekom-Konzerns hat sich in diesem Jahr fast halbiert. Japans Regierung erlöst mit dem Verkauf ihrer sechsten Aktientranche überraschend wenig.

Bloomberg/rez TOKIO. Die sechste Aktienplatzierung des größten japanischen Festnetzbetreibers Nippon Telegraph & Telephone Corp. (NTT) fiel mit einem Emissionsvolumen von nur 11,3 Mrd.US $ (13,49 Mrd. Euro) enttäuschend aus. Der japanischen Regierung beschert die Pleite ein Loch im Haushaltsplan.

Angeboten wurden insgesamt 1,3 Millionen Aktien zum Preis von je 949 000 Yen (10 390 Euro). Das entspricht einem Abschlag von 3 % auf den gestrigen Schlusskurs der NTT-Aktie, sagte Mitsutaka Inagaki aus dem Finanzministerium in Tokio. Obwohl der Discount am oberen Ende einer Spanne von 3 bis 5 % liegt, die die japanische Regierung zu Beginn des Bookbuilding-Verfahrens ankündigte, fiel das Emissionsvolumen nach den jüngsten Kursverlusten um 26 % niedriger aus als erwartet. Ursprünglich hatte das Finanzministerium mit einem Emissionsvolumen von 15,3 Mrd. $ gerechnet.

Die Regierung verkauft 1 Mill. eigene NTT-Titel, womit sich der Staatsanteil an NTT von 53,1 auf 46,7 % verringert. Zudem emittiert der Telekom-Konzern 300 000 neue Aktien. Rund drei Viertel der Aktien gehen an japanische Investoren, knapp 14 % erhalten US-Vermögensverwalter und gut 13 % europäische und asiatische Investoren.

Der Kurs der NTT-Aktie fiel gestern 3,1 % auf 979 000 Yen, während der Nikkei 225 gerade mal 0,7 % abgab. Der NTT-Kurs erreichte damit den tiefsten Stand seit dem 26. Februar 1999. Bereits am Freitag hatte die Aktie 4,5 % verloren. "Die vorhergehenden NTT-Platzierungen haben die Anleger gelehrt, dass die NTT-Aktie vor der Emission zu Kursverlusten tendiert, weil die Anleger sich über die Nachfrage Sorgen machen", erklärt Hajime Yagi, Vermögensverwalter bei Meiji Dresdner Asset Management Co. in Tokio.

Die Aktienemission war nach offiziellen Angaben anderthalbfach überzeichnet. Damit ist das Interesse der Anleger diesmal deutlich geringer als bei der Platzierung der fünften Tranche im vergangenen Jahr. Damals waren eine Million NTT-Aktien fünf- bis sechsfach überzeichnet, berichtet Inagaki.

Beobachter rechnen mit weiteren Kursverlusten. "An der Aktie bin ich nicht interessiert", erklärt Yoshiya Morimoto, Fondsmanager bei Japan Investment Trust Management Co. "Der Kurs ist stark gefallen, daher macht auch die Aktie im internationalen Branchenvergleich keine gute Figur." Seit Jahresanfang ist die NTT-Aktie bereits um 44 % abgerutscht. Seit Beginn der Zeichnungsfrist am 10. Oktober hat der Kurs um 16 % nachgegeben.

Das Finanzministerium will mit dem Erlös aus dem Börsengang den 6 Bill. Yen schweren (65 Bill. Euro) Deposit Insurance Corp. of Japan Fund finanzieren. Die Mindereinnahmen sollen mit Einnahmen aus der Emission von Staatspapieren ausgeglichen werden, sagte Inagaki. "Wir sehen kein aktuelles Problem bei der Finanzierung des Defizits." NTT will mit den Einnahmen aus der Emission der jungen Aktien Kredite zurückführen, die zur Übernahme des US Verio Inc. -Internetanbieters für 5,5 Mrd. $ im August aufgenommen wurden. Zum Platzierungskonsortium für die zu emittierenden Aktien gehören Goldman Sachs Group Inc., Merrill Lynch & Co., Nikko und Nomura Securities.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%