Enttäuschende Zahlen von AT&T und Lucent Technologies
Europäische Börsen von Quartalszahlen belastet

Die Aktienwerte an den europäischen Börsen haben am Mittwoch einheitlich in der Verlustzone geschlossen.

Reuters. Belastend wirkten sich Händlern zufolge die enttäuschenden Quartalszahlen der US-Unternehmen AT&T und Lucent Technologies vom Dienstag aus. Auch die am Mittwochmorgen bekannt gegebenen Verlustzahlen des deutschen Technologiekonzerns Siemens dämpften die Stimmung an den europäischen Börsen. An einigen Handelsplätzen belastete Händlern zufolge zudem die Situation in Argentinien.

Die US-Börsen notierten am frühen Abend (MEZ) uneinheitlich. Während der Technologie-Index Nasdaq um 0,4 Prozent auf 1 951 Zähler nachgab, stieg der Industriewerte-Index Dow Jones um 0,4 Prozent auf 10 280 Punkte an.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz lag zur selben Zeit mit 1,47 Prozent im Minus bei 3 707 Punkten, der Euro-Stoxx-50-Index für die Blue Chips aus der Europäischen Währungsunion (EWU) notierte um 1,9 Prozent schwächer bei 3 856 Zählern.

LONDON - Schließt auf 33-Monats-Tief

Der Londoner Leitindex FTSE schloss auf dem tiefsten Niveau seit 33 Monaten. Er verbuchte bei Handelsschluss einen Abschlag von 0,84 Prozent auf 5 275 Punkte. Zu den größten Verlierern zählten die Papiere der zweitgrößten britischen Hypothekenbank Abbey National. Sie verloren knapp zehn Prozent nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen, die schlechter ausfielen als von Analysten erwartet. Zulegen konnten dagegen die Papiere des weltweit zweitgrößten Pharmakonzerns Glaxo-Smith-Kline. Nachdem das Unternehmen ebenfalls seine Quartalszahlen veröffentlicht hatte, schlossen die Aktien um 2,6 Prozent fester bei 1 979 Pence.

ZÜRICH - ABB weiter im Fokus

Die Standardwerte an der Schweizer Börse haben belastet von Kursverlusten bei Nestle und ABB schwächer geschlossen. Der SMI-Index ging mit einem Minus von 1,6 Prozent auf 6 667 Punkten aus dem Handel. Nestle verloren 3,5 Prozent auf 357,50 sfr. Gerüchte, die EU könne die Zustimmung der geplanten Übernahme des US-Unternehmens Ralston Purina verschieben, hatten Händlern zufolge die Titel belastet. ABB verloren nach dem Kurseinbruch am Vortag erneut knapp drei Prozent auf 18,70 sfr. "Verschiedene Banken haben ABB zurückgestuft", sagten Händler.

PARIS - Im Minus - ST. Gobain unter Druck

Die Aktienwerte in Paris haben schwächer geschlossen. Im Vorfeld der Bekanntgabe von Bilanzdaten von 15 französischen Unternehmen am Donnerstag war der Markt Händlern zufolge sehr labil. Der CAC-40-Index schloss mit einem Minus von 1,7 Prozent auf 4 773 Zähler. Insbesondere Alcatel gerieten angesichts der Veröffentlichung ihres Ergebnisses am Donnerstag unter Druck. Die Papiere gaben um 4,4 Prozent auf 16,91 Euro nach. "Alcatel drückt wirklich die Stimmung am Markt", sagte ein Händler. Nach den Lucent-Zahlen vom Vortag werden Händlern zufolge für Alcatel ebenfalls enttäuschende Ergebnisse am Donnerstag erwartet. Die Titel des Glasherstellers Saint Gobain verloren mehr als fünf Prozent auf 153,40 Euro, nachdem Merrill Lynch seine Verkaufsempfehlung für die Werte von "Kaufen" auf "Reduzieren" herabgestuft hatte.

MADRID - Von Auslandsnachrichten belastet

An der Madrider Börse haben die Aktien mehrheitlich nachgegeben. Der Ibex-Index schloss um 2,6 Prozent schwächer bei 8153 Punkten. Händler sagten, die argentinische Regierung habe einen Rückschlag bei der Durchsetzung ihrer Sparmaßnahmen erlitten, indem sie nicht die Unterstützung der Oppostionen gewinnen könne, und das belaste den Markt. Insbesondere die Bankentitel gerieten trotz Vorlage guter Bilanzdaten unter Druck. Die Aktien von Banco Santander gaben um 3,9 Prozent auf 9,42 Euro nach, Banco Bilbao verloren 4,3 Prozent auf 13,59 Euro. Die Banken gehören zu den größten Investoren in Latein Amerika.

MAILAND - MIB30-Index im Minus

Die Mailänder Börse hat dem europäischen Trend folgend schwächer geschlossen. Der MIB30-Index beendete den Handelstag mit einem Abschlag von 0,77 Prozent auf 35 604 Punkten. Neben einem Ausverkauf bei Bank- und Telekommunikationswerten habe auch die Situation in Argentinien den Markt belastet sagten Händler. Olivetti verloren 2,8 Prozent, Telecom Italia gaben um 1,4 Prozent nach. Zu den größten Verlierern zählten die Papiere des Reifenherstellers Pirelli, die um 2,9 Prozent schwächer schlossen. Argentinien ist ein großer Absatzmarkt für Pirelli-Produkte.

AMSTERDAM - Schließt nahezu auf Tagestief

In Amsterdam haben die Aktienwerte nahezu auf ihrem Tagestief den Handel beendet. Der AEX-Index fiel um 1,8 Prozent auf 526 Zähler. Gegen den Trend stemmten sich die Titel des Datenkommunikations-Anbieters KPN-Qwest. Nachdem das Unternehmen einen höheren Gewinn als von Analysten erwartet bekannt gegeben hatte, schlossen die Papiere um mehr als drei Prozent fester bei 10,24 Euro, nachdem sie im Handelsverlauf um mehr als 13 Prozent zugelegt hatten.

WIEN - Schließt im Minus

Der Wiener Aktienmarkt hat im Minus geschlossen. Der ATX-Index gab um 0,5 Prozent auf 1 236 Zähler nach. Händler sprachen von einem ruhigen Geschäft. "Dem Markt fehlen die Impulse", sagte ein Börsianer. Einzig die Aktien von Telekom Austria wurden in größeren Stückzahlen gehandelt und verbuchten ein Minus von 3,1 Prozent auf 7,16 Euro. Head-Aktien fielen um 3,3 Prozent auf fünf Euro, was Händler auf Gewinnmitnahmen zurückführten.

BRÜSSEL - Schwächer

Beeinflusst von den Siemens-Quartalszahlen hat die Börse in Brüssel Kursverluste verbucht. Der Leitindex Bel-20 schloss um knapp ein Prozent schwächer bei 2 916 Punkten. "Jeder hat Angst vor schlechten Unternehmensergebnissen", sagte ein Händler. Electrabel, KBC und Dexia verbuchten Kursabschläge. Telindus-Aktien gehörten zu den größten Verlierern und büßten 5,31 Prozent auf 8,38 Euro ein und fielen damit auf das tiefste Niveau seit mehr als vier Jahren.

STOCKHOLM - Mit Verlusten

Die Stockholmer Börse hat dem europäischen Trend folgend mit Abschlägen geschlossen. Der OMX-Index gab um 1,6 Prozent auf 798 Punkte nach. Insbesondere die Aktien von Ericsson und Nokia gerieten nach den Bilanzdaten von Lucent und Siemens deutlich unter Druck. Ericsson fielen um 2,7 Prozent, Nokia gaben um 2,3 Prozent nach.

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