Enttäuschung auf den Märkten
Fusions-Verzögerung belastet Glaxo-Aktie

Reuters LONDON. Die erneute Verzögerung ihres Fusionsabschlusses hat am Montag die Aktien von Glaxo Wellcome und Smith-Kline Beecham in London zeitweilig kräftig abstürzen lassen. Beide Unternehmen begründeten am Montagmorgen in einer gemeinsamen Mitteilung die Terminverschiebung mit einer Anfrage der US-Wettbewerbsbehörde FTC. "Die Federal Trade Comission der USA hat vor kurzem zusätzliche Informationen zu Produkten zur Beendigung des Rauchens verlangt und Glaxo Wellcome sowie SmithKline Beecham arbeiten nun daran, diese Informationen der FTC so schnell wie möglich zukommen zu lassen", hieß es darin. Die erneute Verzögerung weckte Zweifel unter Analysten, ob beide Konzerne die wettbewerbsrechtlichen Überprüfungen in den USA im Vorfeld richtig eingeschätzt haben.

Im frühen Handel an der Londoner Börse büßten Glaxo Wellcome zeitweilig kräftige 6,25 % auf 1 800 Pence ein. Smith-Kline Beecham verloren ebenfalls, wenn auch mit 3,8 % auf 840 Pence nicht so deutlich. Bis gegen 10.30 Uhr konnten sich beide Aktien aber wieder teilweise von ihren frühen Tiefstständen erholen. Zuletzt lagen Glaxo mit 1,09 % im Minus bei 1 899 Pence, SmithKline verzeichneten weiterhin Kursabschläge von 2,06 % auf 855 Pence.

Die Europäische Kommission hatte bereits im Mai der Fusion der beiden britischen Konzerne zugestimmt. Am 31. Juli hatten jeweils die Aktionäre der Unternehmen die Fusion abgesegnet. Glaxo und SmithKline hatten zuerst vor gehabt, ihren Zusammenschluss zum weltgrößten Pharmakonzern bis zum 25. August abzuschließen. Dieses erste Datum wurde dann bis auf den 25. September verschoben, als bereits klar war, dass die FTC-Überfrüfung länger als zunächst erwartet dauern werde. Nun hieß es in der Mitteilung der beiden Unternehmen: "Es ist gegenwärtig damit zu rechnen, dass der Abschluss der Fusion bis Jahresende vollzogen wird."

"Die Leute sind enttäuscht darüber, dass beide mittlerweile neun Monate benötigen, während Pfizer-Warner Lambert und auch Pharmacia-Monsanto ihre Fusion viel rascher abgeschlossen haben", sagte David Battle, Analyst beim Investmenthaus UBS Warburg. "Die Marktstimmung wird negativ sein, aber es ist sehr unwahrscheinlich, dass die Fusion noch scheitert", sagte Marc Purcell von Donaldson Lufkin & Jenrette.

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