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Enttäuschung: DFB-Frauen torlos gegen Niederlande

Die deutschen Fußball-Frauen haben das Länderspiel-Jahr 2004 mit einer Enttäuschung beendet. Gegen die nur zweitklassigen Niederländerinnen gab es für den Olympia-Dritten in Berlin nur ein mageres 0:0.

dpa BERLIN. Die deutschen Fußball-Frauen haben das Länderspiel-Jahr 2004 mit einer Enttäuschung beendet. Gegen die nur zweitklassigen Niederländerinnen gab es für den Olympia-Dritten in Berlin nur ein mageres 0:0.

Es war im 13. Vergleich gegen den Nachbarn das vierte Remis bei sieben Siegen und zwei Niederlagen. Zuletzt hatte es vor zwei Jahren gegen den selben Gegner noch ein klares 6:0 gegeben. Vor nur 4 100 Zuschauern war es für das deutsche Team in diesem Jahr das erste Unentschieden nach zehn Siegen und drei Niederlagen. Die imponierende Tor-Bilanz von 43:7 konnte bei der Länderspiel-Premiere in der Hauptstadt nicht aufgebessert werden.

"Wir haben viel zu wenig gezeigt. Gut daran ist einzig, dass wir jetzt wissen, dass wir uns auf die EM besser vorbereiten müssen", meinte Cheftrainerin Tina Theune-Meyer. "Wenn ein Tor gefallen wäre, wäre es für uns leichter geworden. Aber dafür fehlte heute die Präzision". Erst vor drei Tagen waren die Niederländerinnen als Partner des Weltmeisters eingesprungen, nachdem das ursprünglich als Gegner vorgesehene Team aus Ghana wegen eines grassierenden Virus- Infekts kurzfristig die Europa-Reise storniert hatte. Für noch mehr Aufregung aber hatten die Ankündigungen von Auswahltrainerin Tina Theune-Meyer gesorgt, die ihre Zukunft nach Auslauf ihres Vertrages beim DFB am 31. Juli in Frage gestellt hatte und mit den Verantwortlichen weiter um die Verlängerung pokert.

In der Partie gegen einen technisch und taktisch unterlegenen Gegner taten sich die favorisierten Gastgeberinnen aber lange Zeit sehr schwer. Nur langsam kam der Mittelfeldmotor in Gang, vor dem Tor wurden die wenigen Möglichkeiten nicht genutzt. Für die beste Chance der ersten Hälfte sorgte Spielführerin Birgit Prinz, die in der 35. Minute eine schöne Freistoß-Kombination mit Renate Lingor knapp neben das Tor setzte. Vor dem Match war die Frankfurterin, die in Berlin ihr 125. Länderspiel bestritt, zum vierten Mal in Serie als deutsche "Fußballerin des Jahres" ausgezeichnet worden.

In der zweiten Halbzeit wechselte Theune-Meyer drei weitere Spielerinnen von Meister und Pokalsieger Turbine Potsdam ein, doch auch sie konnten das Angriffsspiel kaum beflügeln. Letztlich durften sich die Gäste auch bei ihrer beim 1. FFC Frankfurt unter Vertrag stehenden Keeperin Marleen Wissink für das Remis bedanken.

Neben Birgit Prinz war vor dem Match auch Torhüterin Silke Rottenberg eine Ehrung der besonderen Art zuteil geworden. Als erste deutsche Torfrau hatte sie beim Olympia-Turnier in Athen ihren 100. Einsatz in der Nationalmannschaft gefeiert. Darüber, dass sie auch im 101. Länderspiel ihren Kasten sauber hielt, konnte sie sich aber nur bedingt freuen: "Leider war es nur ein müder Kick. Wir haben die Bälle viel zu lange gehalten."

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